France Telecom will höchstens 10 Euro zahlen
Schmid verlagert Streit mit France Telecom auf Gerichte

Mobilcom-Hauptaktionär Gerhard Schmid verlagert seinen Kampf um eine finanzielle Abfindung für seine Firmenanteile durch France Telecomimmer mehr auf die Gerichte. Nachdem die deutsche Wertpapieraufsicht den französischen Staatskonzern nicht in der Pflicht sieht, den übrigen Mobilcom-Aktionäre ein Übernahmeangebot zu unterbreiten, will Schmid gegen diese Entscheidung gerichtlich vorgehen.

Reuters HAMBURG. Eine Sprecherin des Ex-Mobilcom-Chefs kündigte am Dienstag dazu eine Klage vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt an. Die Bundesanstalt für Wertpapieraufsicht (BAfin) hatte zuvor Schmids Widerspruch gegen einen Bescheid abgewiesen. Außerdem will Schmid vor dem Landgericht Frankfurt seinen früheren Geschäftspartner France Telecom dazu verpflichten lassen, seine Anteile zu übernehmen.

Schmid vertritt die Ansicht, dass die mit 28,5 Prozent an Mobilcom beteiligte France Telecom mit seiner Abberufung als Vorstandschef die Kontrolle bei Mobilcom übernommen hat und deshalb ein Übernahmeangebot unterbreiten muss. Dem widersprach das BAfin, das nach der Überprüfung seiner Entscheidung zu dem gleichen Ergebnis wie Anfang August kam. Damals hatte die Behörde mitgeteilt, France Telecom sei nach dem Übernahmegesetz nicht zu einem Pflichtangebot an die Mobilcom-Aktionäre verpflichtet. Grund dafür sei, dass der in dem Gesetz als Schwelle genannte Kapitalanteil 30 Prozent übersteigen müsse.

Streit um Put-Option

Mit seiner Klage vor dem Frankfurter Landgericht will Schmid erreichen, dass der frühere Partner France Telecom eine für den Konfliktfall vereinbarte Put Option akzeptiert und ihm 33 Prozent der Mobilcom-Aktien abkauft. Der Übernahmepreis soll in diesem Fall durch eine Investmentbank ermittelt werden. Schmid geht nach mehreren von ihm behaupteten Vertragsbrüchen durch France Telecom von einem gewichteten Durchschnittskurs der Mobilcom-Aktie in den vergangenen drei Monaten zwischen elf und 17 Euro aus. France Telecom will angeblich höchstens zehn Euro zahlen. Schmid hält zusammen mit seiner Ehefrau knapp die Hälfte der Mobilcom-Aktien.

Am Neuen Markt gaben die Mobilcom-Titel am Dienstag in einem schwachen Umfeld weiter nach. Am späten Nachmittag lag die Aktie über vier Prozent im Minus bei 5,94 Euro.

Entscheidung fällt am 12. September

Der Verwaltungsrat von France Telecom will am 12. September entscheiden, ob die Franzosen an ihrem Engagement bei Mobilcom festhalten, oder die finanzielle Unterstützung für das Büdelsdorfer Unternehmen einstellen. Sollte die Liquiditätszufuhr gestoppt werden, wäre dies nach Überzeugung von Experten für Mobilcom gleichbedeutend mit der Insolvenz.

Mobilcom hatte vor zwei Jahren mit Hilfe von France Telecom für 8,4 Milliarden Euro eine der sechs deutschen UMTS-Lizenzen erworben. Über den weiteren Kurs beim Aufbau des UMTS-Mobilfunks waren die Partner in Streit geraten. Der hatte schließlich zur Abberufung Schmids als Vorstandschef geführt.

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