France Telekom ebenfalls schwach
Telekom: Auch Anleihen unter Druck

Sorgen über Verzögerungen beim Schuldenabbau haben die Anleihen der Deutschen Telekom belastet. Auch die Bonds der France Telecom gaben nach, weil Anleihe-Besitzer eine mögliche Erhöhung der Schuldenlast durch die Übernahme von Mobilcom befürchten.

Reuters FRANKFURT/M. Die Telekom werde ihren Schuldenberg im zweiten Quartal wegen einer Dividendenzahlung an die Aktionäre nicht wesentlich abbauen können, sagte Telekom-Finanzvorstands Karl-Gerhard Eick der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe). "Es wird keinen signifikanten Fortschritt beim Schuldenabbau geben." Das Unternehmen zahle in diesem Quartal Dividenden von 1,6 Milliarden Euro. Eick bezeichnete es als "spannend", ob der Ausgleich dieser Summe gelingen werde.

Durch den Kursverlust stieg die Rendite der Euro-Anleihe der Telekom mit einem Kupon von 8,125 Prozent und einer Laufzeit zum Mai 2012 um 15 Basispunkte zum Vortag. Sie lag damit 2,78 Prozentpunkte über der Rendite der Bundesanleihe mit entsprechender Laufzeit. Auch die Rendite des France-Telecom-Papiers mit 6,75-prozentiger Nominalverzinsung und Laufzeit bis März 2008 gewann 15 Basispunkte. Sie lag sogar 3,35 Prozentpunkte höher als die der Vergleichsanleihe. Steigende Renditen bedeuten immer gleichzeitig fallende Kurse.

Die Telekom plant, bis Ende 2003 ihre Verschuldung auf rund 50 Milliarden Euro zurückzufahren. Den Schuldenstand Ende April bezifferte Eick der Zeitung zufolge auf 66,4 Milliarden Euro nach 67,2 Milliarden Euro Ende März. "Wir sind optimistisch, unser Ziel zu erreichen. Wir sind auf gutem Weg", sagte Eick. Früheren Angaben des Finanzchefs zufolge soll der geplante Schuldenabbau über Beteiligungsverkäufe erreicht werden. Die Telekom werde im laufenden Geschäftsjahr mit voraussichtlich 5,5 (Vorjahr: minus 4,7) Milliarden Euro den höchsten Verlust ihrer Konzerngeschichte ausweisen. Grund sei die Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens VoiceStream Mitte 2001.

Auch France Telecom unter Druck

Die Kurse der Anleihe von France Telecom fielen Händlern zufolge wegen der Sorge, France Telecom könne mit einer Akquisition des deutschen Geschäftspartners MobilCom auch milliardenschwere Schulden übernehmen und so den eigenen Schuldenberg von 61 Milliarden Euro vergrößern. Heute tagte der Aufsichtsrat von MobilCom.

Kreisen zufolge berät der MobilCom-Aufsichtsrat über die Zukunft von Unternehmensgründer Gerhard Schmid an der Spitze des Unternehmens. Schmid, zurzeit größter Aktionär bei MobilCom, hat France Telecom angeboten, dem französischen Unternehmen seine Anteile für 22 Euro je Aktie zu übernehmen. France Telecom hält über seine Mobilfunktochter Orange 28,5 Prozent an MobilCom. France Telecom und Schmid haben sich noch nicht auf die Transaktion verständigt. Der französischen Gesellschaft drohen Herabstufungen der Bonitätsbewertungen durch die drei großen Ratingagenturen Standard & Poor's

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