Frankfurt stellt Retail-Konzept vor
Deutsche Börse geht online

Die Deutsche Börse AG hat heute erste Einzelheiten ihrer erwarteten Privatanleger-Initiative vorgestellt. Im Mittelpunkt steht der Online-Bildschirm "Xetra Live", der dem Anleger Einblick in das Xetra-Orderbuch erlaubt.

dpa FRANKFURT. Die Frankfurter Börse will im Konkurrenzkampf um die wachsende Zahl der Privatanleger an der Spitze bleiben. Als entscheidendes Lockmittel soll im kommenden Jahr Profi- Atmosphäre selbst in den Wohnzimmern entstehen. Per Internet kann dann auch der Kleinanleger den wichtigsten Instrumentenkasten professioneller Händler nutzen. Dies kündigte Vorstand Volker Potthoff von der Deutsche Börse AG am Dienstag in Frankfurt an.

Mit Xetra Live wird ein Informationsbildschirm angeboten, der dem elektronischen Handelssystem Xetra nachempfunden ist. Er soll auch Privatanlegern Einblick in das aktuelle Xetra-Orderbuch ermöglichen. Per Mausklick kann jedermann sogar die fünf besten Kauf- und Verkaufsgebote für eine bestimmte Aktie sichtbar machen und somit seinen Informationsstand auf professionelles Niveau heben. Erreichbar ist der Dienst allerdings nur auf dem Umweg über eine Internetbank.

Gekauft wird weiter beim Broker

Das Live-Orderbuch ist keine Plattform für den Handel. Für Kauf und Verkauf von Aktien ist weiterhin der direkte Draht zum Online- Broker oder der Anruf beim Anlageberater notwendig. Eine Garantie, zum letzten Preis auch zum Zuge zu kommen, ist damit aber nicht verbunden.

In puncto Schnelligkeit will die Frankfurter Wertpapierbörse zusammen mit den Kursmaklern und den großen Kreditinstituten, die sich im "Arbeitskreis Privatanleger" zusammengefunden haben, noch einen Zahn zulegen. Als besonderen Vorteil für den Börsenplatz Frankfurt sieht Potthoff das ohnehin vorhandene große Ordervolumen. Dies führe dazu, dass fast immer ein Käufer oder Verkäufer auf der Gegenseite vorhanden ist und Aufträge schnell abgewickelt werden.

Die Frankfurter Wertpapierbörse vereint mit Xetra und dem Parketthandel nach Darstellung von Potthoff bereits den größten Marktanteil unter den deutschen Börsen auf sich. 94 Prozent aller deutschen Aktienumsätze liefen über Frankfurt, bei heimischen Titeln seien es sogar 96 Prozent.

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