Frankfurter Automobilmesse behauptet ihren internationalen Spitzenplatz
IAA lockt mit einem Feuerwerk an Neuheiten

Eine Automobilausstellung mit Leitcharakter wie die IAA ist längst nicht mehr nur eine reine Produktschau. Die Stars der Messe haben inzwischen alle ihre eigene Geschichte. Neuheiten wie etwa der VW Polo oder der Mercedes SL vermitteln Botschaften und korrigieren die Positionen ihrer Vorgänger-Modelle ganz erheblich.

HB DÜSSELDORF. Überdies kommt ihnen mehr denn je die Aufgabe zu, das Markenbild ins rechte Licht zu setzen, egal ob es sich um Modelle am oberen oder am unteren Rand der Angebotspalette handelt.

Ein aktuelles Beispiel ist der neue Polo von Volkswagen, der auf der IAA seine Weltpremiere feiert. Größer, breiter, höher und vor allem attraktiver eingekleidet als sein Vorgänger ist er ein vollwertiges Auto im Kleinwagensegment geworden. Für den neuen Polo gibt es alles, was sonst nur in großen Autos angeboten wird: Klimaautomatik, ESP, Navigationssystem, diverse Airbags, spritzige Benziner, sparsame Diesel.

Eine ganz andere Strategie verfolgt Ford mit seinem flammneuen Fiesta. Hoch gebaut und fast wie ein Minivan anmutend, soll er Familientauglichkeit demonstrieren - und Lifestyle im Design: Wie schon die Familienmitglieder Ford Focus und Ford Mondeo beweist auch der Fiesta Mut zur Kontur, die sich an scharfen Kanten und grafischen Fensterflächen manifestiert. Mit diesem Modell gelingt den Kölnern der internationale Anschluss, wobei sie den Erzrivalen Opel gleich um mehrere Autolängen überholen.

Die Rüsselsheimer können vorerst nur damit auftrumpfen, dass mit Carl-Peter Forster nun endlich ein Manager mit Premiumqualität an der Spitze steht, der zu Hoffnung Anlass gibt. Während andere sich bereits höher positionieren, steht in Rüsselsheim erst einmal eine Neuorientierung auf der Agenda. Damit die Traditionsmarke Opel aber nicht ganz im Schatten der großen Premieren abtaucht, zeigt die deutsche Tochter von General Motors (GM) mit einer Studie von einem sportiven wie variablen Luxusmodell, wohin die Reise gehen soll.

BMW präsentiert sein neues Topmodell

BMW präsentiert sein neues Topmodell. Mag das Design des 7er (>>Foto) in Europa auf ein geteiltes Echo stoßen, in Amerika wird das bayerische Flaggschiff Furore machen. Mit ihm kommt der sprichwörtlich "schwere Wagen" jetzt aus München und nicht mehr aus Stuttgart mit der S-Klasse von Mercedes. Auf der IAA feiert der 7er seine Weltpremiere, ein Glanzakt für die Marke.

Bei der VW-Tochter Audi gibt es hingegen Probleme. Erstmals haben Image und Ansehen einen Dämpfer bekommen. Der auf der Frankfurter Ausstellung erstmals gezeigte A4 Avant liefert den Beleg. Schöne Kombis kommen inzwischen häufiger von anderen Herstellern und nicht mehr von Audi. Verarbeitung und Qualitätsanmutung sind indes beim A4 Avant weiter Spitze. Mehr Laderaum, ein besseres Fahrwerk, mehr Komfort, und die Turbodiesel-Motoren raten zum Kauf. Wer aber Audi als Designermarke schätzen gelernt hat, dürfte von diesem Kombi etwas mehr erwartet haben.

Daimler-Chrysler Präsentation eines neuen SL

So sehr der gebeutelte Daimler-Chrysler-Konzern die Schlagzeilen füllt, holt Mercedes einmal mehr die Kastanien aus dem Feuer. Für die älteste wie renommierteste Autoschmiede der Welt ist die Präsentation eines neuen SL immer ein Ereignis von besonderer Güte. An ihm und am Messeauftritt von Mercedes insgesamt lässt sich anschaulich ablesen, wie sich die Edelmarke von Daimler auf der Höhe der Zeit bewegt: Sie besetzt inzwischen nicht nur fast jede Nische, sie gilt auch vom Image her als trendy, jung und sportlich.

Der neue SL mit seinem intelligenten Fahrwerk, der sensorgesteuerten Superbremse und dem Hochleistungs-V8-Triebwerk mit Kompressoraufladung (476 PS) im SL 55 AMG ist dabei, in die Domäne von Porsche & Co. einzudringen. Das Faltklappdach, mit dem sich der SL binnen 16 Sekunden vom Coupé in ein Kabrio verwandelt, steigert zudem die Reizanmutung dieses Luxussportwagens.

Aber die Konkurrenz schläft nicht: Das neue Aushängeschild von Aston Martin ist der Vanquish mit Zwölfzylindermotor und 460 PS, während aus Italien der neue Maserati GT Spyder (V8, 390 PS) ebenfalls seine Weltpremiere in Frankfurt feiert. Aus Italien rollt überdies der Nachfolger des Lamborghini Diablo (V12, 600 PS) an, das erste Modell, das gemeinsam mit der Mutter Audi entstanden ist.

Für einen munteren Auftritt auf der IAA werden auch die Japaner sorgen, wofür nicht zuletzt die vielen ausländischen Manager sorgen, die unter der aufgehenden Sonne Dienst tun. Besonders augenscheinlich ist die Situation beim Renault-Partner Nissan. Der neue Primera erhielt sein Design in Deutschland, die Limousine dritter Generation trägt die Eleganz klarer, europäischer Linien. Nissan ist auf dem Weg zu alter Stärke. In Design und formaler Ästhetik will man künftig in einer anderen Liga spielen - weiter oben, mit schärferem Profil und in Distanz zu Toyota.

Die Nummer eins Japans operiert weiter nach eigenen Spielregeln: kurze Modellzyklen, dafür hohe Zuverlässigkeit und beste Fertigungsqualität. Weil das Design des aktuellen Corolla nicht ankam, zeigt Toyota auf der IAA kurzerhand einen Nachfolger. Die zwei- und viertürige Schrägheck-Limousine folgt dem Trend zu mehr Höhe und leistungsstärkeren Motoren. Die Toyota-Nobeltochter Lexus hält nun auch den ersten Kombi der Marke bereit - schließlich soll der Luxusableger weiter verjüngt werden.

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