Frankfurter Börse will "zentralen Kontrahenten"
Stuttgarter Börse gegen neues Handelssystem

Nach Düsseldorf und München lehnt jetzt auch die Börse Stuttgart einen so genannten "zentralen Kontrahenten" (central counterparty - CCP) ab. Der Börsenrat der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse sieht keine Vorteile für seine Handelsteilnehmer, sich dem System der Deutschen Börse in Frankfurt anzuschließen.

HB/brb STUTTGART. Die Frankfurter Börse will zum ersten Quartal 2003 den zentralen Kontrahenten einführen. Er ist eine zentrale Gegenpartei, die den Aktienhandel erleichtern soll, indem sie bei allen Geschäften zwischen die beiden Parteien tritt. Damit kommt immer ein Geschäft zustande. Das Ausfallrisiko soll sinken und die Abwicklungsprozesse einfacher werden. Die Einführung des CCP ist mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe verbunden.

Die Stuttgarter Börse stützt ihr Nein zu CCP auf eine Befragung ihrer 148 Handelspartner. 50 Partner haben sich dabei eindeutig gegen ein CCP ausgesprochen. "Nahezu alle Handelsteilnehmer rechnen laut Umfrage mit einer Verteuerung des Wertpapiergeschäfts durch CCP", sagte Elisabeth Roegele, Geschäftsführerin der Börse Stuttgart. "CCP ist für uns nicht maßgeschneidert", heißt es zudem in Stuttgart. Die Börse mache mehr als die Hälfte ihres Handels mit Optionsscheinen, die vorerst bei CCP nicht dabei seien.

Auch die Bayerische Wertpapierbörse kann für sich keine Vorteile durch CCP erkennen. "Es ist zu teuer, weil der Nutzen zu gering ist", heißt es. Die Börse handele überwiegend mit Privatkunden. Da bestehe nahezu kein Ausfallrisiko.

Ähnlich begründen auch die Düsseldorfer ihre Ablehnung. Detlef Irmen, Vorstand der Börse Düsseldorf, argumentiert, CCP mache im internationalen Geschäft Sinn. Aus Sicht der Deutschen Börse sei die Einführung nachvollziehbar. "Die Düsseldorfer haben aber inländische Marktteilnehmer. Da besteht nicht die Notwendigkeit, in CCP zu investieren", so Irmen.

Die Frankfurter Börse will die Entscheidungen der drei Börsen nicht kommentieren. "Mit der Einführung des CCP bringen wir die deutsche Börseninfrastruktur auf das international geforderte Niveau", sagt ein Börsensprecher.

Quelle: Handelsblatt

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