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Frankfurter und Nassauische Sparkasse sprechen über Fusion

Die Frankfurter Sparkasse und die benachbarte Nassauische Sparkasse wollen enger kooperieren und ziehen dabei sogar eine Fusion in Erwägung. "Es gibt keine Denkverbote, in welche Richtung die Modelle gehen, aber für weitere Details ist es noch viel zu früh", sagte der Vorstandssprecher der Frankfurter Sparkasse, Klaus Wächter, am Freitag in Frankfurt bei der Vorlage der Bilanz 2001.

rtr FRANKFURT. Die seit Jahren sinkenden Gewinne und der Wettbewerbsdruck zwingen die Sparkassen wie die gesamte Kreditwirtschaft zu Kostensenkungen. Über ein Zusammengehen der drittgrößten deutschen Sparkasse mit der in Wiesbaden ansässigen Nassauischen Sparkasse (Naspa) wird schon seit Jahren spekuliert, da sich die Geschäftsgebiete der Institute überschneiden. Als ein Hindernis gilt jedoch, dass die Frankfurter als freie Sparkasse eine andere Rechtsform und Trägerschaft hat als die öffentlich-rechtliche Naspa hat, und die beteiligten Kommunen einverstanden sein müssen.

Wächter gab zu erkennen, dass er bei den "ergebnisoffenen" Gesprächen mit der Naspa der Möglichkeit einer Fusion viel abgewinnen kann. So wies er auf das geplante Zusammengehen der Stadt- und Kreissparkasse Hannover als gutes Beispiel für eine Ballungsraumsparkasse an. Vorteil einer Fusion der beiden Häuser, die bereits eine gemeinsame Gesellschaft für den Zahlungsverkehr betreiben, seien Kostenersparnisse. "Dass wir über anderes nachdenken, ist naheliegend, allein schon wegen der Geschäftsstellenüberschneidung", sagte Wächter. Die Naspa habe allein im Frankfurter Stadtgebiet 15 Filialen. Die Frankfurter Sparkasse will in den kommenden zwei Jahren zehn ihrer rund 90 Filialen schließen.

Beschluss über "Kreditfabrik" im Mai

Die beiden Sparkassen gehören zu den acht größten deutschen Sparkassen, die unter dem Namen G8 schon länger die Bündelung bestimmter Geschäftsaktivitäten prüfen. Zudem hatte der Sparkassenverband kürzlich zu neuer Arbeitsteilung im öffentlich-rechtlichten Bankensektor aufgerufen, damit sich Sparkassen und Landesbanken an den Wettbewerbsdruck, die Abschaffung staatlicher Haftungsgarantien und die geplanten neuen Eigenkapitalrichtlinien (Basel II) anpassen können. Wächter sagte, im Mai würden die Großsparkassen über eine "Kreditfabrik" entscheiden, mit der vor allem die Routineaufgabe wie etwa die Kreditabwicklung standardisiert werden soll.

Eine klare Absage erteilte der Sparkassen-Chef wie bereits die Landesbanken dem Vorschlag der Bundesregierung, eine Mittelstandsbank zu gründen, um die Kreditvergabe an die kleinen und mittleren Unternehmen zu verbilligen. Trotz gegenteiliger Aussagen haben sich die privaten Banken mit Blick auf Basel II, das die Kreditvergabe an kleinere Firmen verteuern kann, Wächter zufolge bereits aus der Mittelstandsfinanzierung zurückgezogen. Sparkassen und Volksbanken wollten diese Kunden übernehmen.

Gewinn erneut gesunken

Das schwache Börsenjahr habe die Ertragslage der Banken dramatisch verschlechtert und auch bei der Frankfurter Sparkasse tiefe Spuren hinterlassen. Zudem seien die Zinsmargen weiter wegen des geringen Unterschieds kurz- und langfristiger Zinsen gesunken. Das Betriebsergebnis vor Bewertung sank um 15 % auf 90,7 Mill. ?. Der Bilanzgewinn verzeichnete mit knapp 17 Mill. ? ein Minus von fast 20 %. Beim Bewertungsergebnis sei die Risikovorsorge im Kreditgeschäft unverändert geblieben. Für das laufende Geschäftsjahr äußerte Wächter die Hoffnung, ein höheres Betriebsergebnis vor Bewertung zu erreichen. Auch nach Bewertung sei ein besseres Ergebnis möglich, da die Rhein-Main-Region nicht so stark vom Anstieg der Unternehmensinsolvenzen betroffen sein werde, der wegen der schwachen Konjunktur zu erwarten sei.

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