Frankfurts letzter Gang zum Schiedsgericht
Lizenz oder Insolvenz

Das Klage von Eintracht Frankfurt gegen den Entzug der Zweitliga-Lizenz wird an diesem Mittwoch um 12.00 Uhr entschieden. Frankfurts Rechtsvertreter Christoph Schickhardt geht davon aus, dass die Lizenz erteilt werden muss. Wird die Klage abgelehnt, stürzt der "Eintracht-Adler" in das Amateurlager ab.

dpa FRANKFURT/MAIN. Lizenz oder Konkursrichter, 2. Fußball- Bundesliga oder Amateurlager: Im Hotel Zeppelin in Stuttgart entscheidet sich an diesem Mittwoch um 12.00 Uhr das Schicksal von Eintracht Frankfurt. Das unabhängige, neutrale Schiedsgericht der Deutschen Fußball-Liga (DFL) entscheidet über die Zukunft des Bundesliga-Gründungsmitglieds, dessen Galgenfrist im Kampf um die Zweitliga-Spielerlaubnis endgültig abläuft.

Noch ist der Optimismus bei den Klage führenden Hessen groß, nach dem Lizenzentzug am 19. Juni durch den Vorstand der DFL in letzter Minute Recht und die Spielerlaubnis in der 2. Liga zurück zu bekommen. "Die Lage ist eindeutig und ich bin sicherer denn je, dass die Eintracht Recht bekommt", sagte Frankfurts Rechtsvertreter Christoph Schickhardt (Ludwigsburg) 24 Stunden vor der Verhandlung des dreiköpfigen Schiedsgerichts unter Vorsitz des Bielefelder Sportrechtlers Wolfgang Grunsky.

Jurist Schickhardt geht davon aus, dass die Lizenz erteilt werden muss, weil die am 17. Juni fristgerecht abgegebenen Unterlagen über den Liquiditätsnachweis von 11,5 Millionen Euro und eine uneingeschränkte Bürgschaft "absolut sauber, lupenrein und pico bello" gewesen seien. "Bei der Eintracht stimmte zwar in der langen Vereinsgeschichte immer etwas nicht. Aber dieses Mal kann das Schiedsgericht nur auf Lizenzerteilung entscheiden", betonte Schickhardt.

Der Knackpunkt ist eine von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) "unwiderruflich" gewährte Bürgschaft über 4 Millionen Euro, die nach Ansicht Schickhardts zum Abgabetermin "uneingeschränkt" gewesen ist, obwohl der DFL vier Stunden nach der von ihr gesetzten Abgabefrist um 16.00 Uhr noch per Fax die Bürgschaft einschränkende Unterlagen zugegangen seien. Spätere Einwendungen oder Einschränkungen Dritter seien irrelevant. "Nur das Rechtsverhältnis zwischen Helaba und DFL ist betroffen. Wenn etwas unwiderruflich ist, kann nicht widerrufen werden", erläuterte der Rechtsanwalt.

Sollte die Eintracht, die mit dem Vorstands-Vorsitzenden Thomas Pröckl, dem Aufsichtsrat-Vorsitzenden Volker Sparmann und AG- Buchhalter Oliver Frankenbach in Stuttgart vertreten ist, in letzter Minute Recht bekommen, spielt die Eintracht zum Zweitliga-Auftakt (10.-12. August) im Waldstadion gegen den FC St. Pauli. Dann kann der erst am 31. Mai verpflichtete Trainer Willi Reimann, der nur einen Vertrag für die 1. und 2. Bundesliga unterschrieben hat, den inzwischen auf 16 Spieler geschrumpften Kader ergänzen.

Für den Fall einer Niederlage hat Schickhardt angekündigt, keine weiteren Rechtsmittel einzulegen, so dass das Urteil auch vor dem Landgericht Frankfurt als letzter Instanz nicht mehr angefochten werden würde. Wird die Klage mit einfacher Mehrheit abgelehnt, stürzt der "Eintracht-Adler" in das Amateurlager ab. Dann nimmt die sportlich abgestiegene SpVgg Unterhaching den Liga-Platz wieder ein. Die Eintracht muss dann innerhalb von 14 Tagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Lizenz für die Regionalliga Süd beantragen. Gelingt das nicht, müsste der Club in der Oberliga Hessen ganz von vorne anfangen.

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