Frankreich ausgeschieden
Italien rettet sich ins Viertelfinale

Die „Squadra azzurra“ ließ sich von ihren Tifosi feiern, die am Boden zerstörte „Équipe tricolore“ verabschiedete sich ohne einen Sieg von der Euro 2008: Im Duell der Totgesagten hat Weltmeister Italien gegen Frankreich seine Wiederauferstehung gefeiert und dank niederländischer Schützenhilfe ein EM-Desaster verhindert. Überschattet wurde die Partie von einer schweren Verletzung Franck Ribérys.

ZÜRICH. 709 Tage nach dem WM-Triumph gewann die über eine Stunde in Überzahl spielende Mannschaft von Trainer Roberto Donadoni die Neuauflage des WM-Endspiels mit 2:0 (1:0) gegen Frankreich. Sie schob sich damit in der Vorrundengruppe C in letzter Sekunde noch auf den zweiten Platz und schickte den Vize-Weltmeister nach Hause. „Wir haben im Grunde nun doch mit etwas Glück die Früchte ernten können. So müssen wir weitermachen. Ich hatte nie Zweifel, ich wusste, dass das so kommen würde“, meinte ein erleichterter Roberto Donadoni.

Dabei profitierte der viermalige WM-Champion von der gleichzeitigen 0:2 (0:0)-Niederlage Rumäniens gegen die bereits qualifizierten Niederlande. In der Runde der letzten Acht trifft das Team um Bundesliga-Torschützenkönig Luca Toni am kommenden Sonntag (20.45 Uhr) in Wien auf Spanien.

Vor 30 585 Zuschauern am Dienstagabend im ausverkauften Züricher Letzigrund-Stadion erzielten Andrea Pirlo (25./Foulelfmeter) nach einem Foul an Bayerns Luca Toni und Daniele de Rossi (62.) die Tore. Die „Équipe tricolore“ konnte den frühen Ausfall von Bayerns Franck Ribéry, der mit Verdacht auf einen Unterschenkelbruch nach nur zehn Minuten raus musste, nicht kompensieren. Eric Abidal sah nach seiner Attacke gegen Toni zudem die Rote Karte.

„Was soll ich sagen, das war nicht unser Abend“, meinte der völlig niedergeschlagene Franzosen-Kapitän Thierry Henry. „Franck fällt verletzt aus, dann die Rote Karte - da haben wir die Kiste vollgekriegt. Eigentlich war es eine Katastrophe.“ Coach Raymond Domenech meinte: „Wir hatten eine ganze Reihe von Katastrophen zu verkraften.“

Verzweifelt waren die Franzosen schon vor dem Spiel. Zidane fehle der Equipe, hatte Franck Ribéry am Abend zuvor Einblick gewährt in die Nöte des Vizeweltmeisters. "Gerade in solchen schweren Momenten. Allein seine Präsenz würde uns gut tun." Wäre er dabei, "er würde den Ball nehmen", und dann würde er führen, würde mitreißen und schießen. "Drei Tore", sagte sein designierter Nachfolger, würde er bestimmt machen. Aber Zizou ist nicht da.

Und so verloren sie - zuerst Franck Ribéry, dann Eric Abidal und schließlich ihr letztes Gruppenspiel, das sie selbst hätten gewinnen müssen, um vielleicht noch ins Viertelfinale einzuziehen. Verlassen vom nach der WM 2006 zurückgetretenen Spiritus rector des letzten Jahrzehnts. Hat es je ein traurigeres Ausscheiden einer einstmals großen Elf gegeben?

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