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Frankreich erlaubt Handy-Störsender

Ein europaweit bisher einmaliges Gesetz erlaubt in Frankreich den Einsatz von Handy-Störsendern in Theatern und Konzertsälen. Die Franzosen begrüßen die neue Regelung, die voraussichtlich im Sommer in Kraft tritt. Ein nachahmenswertes Beispiel...

85 Prozent der Franzosen erklärten sich einer Umfrage zufolge mit dem Einsatz von Anti-Handy-Wellen einverstanden - sogar die Telefonbesitzer haben zu 84 Prozent keine Einwände. Nur die Mobilfunkbetreiber laufen gegen das Gesetz Sturm. In Frankreich gibt es derzeit mehr als 37 Millionen Mobiltelefone; Ende vergangenen Jahres waren es erstmals mehr als Festnetzanschlüsse.

Ob das wieder nur eine Extra-Tour der eigenwilligen Franzosen ist, die sich sogar per Gesetztentwurf gegen jegliche angloamerikanische Einflüsse auf ihre Sprache gewehrt haben, sei dahin gestellt. Aber womöglich ist die Idee, piependen und wimmernden Handys während Konzert-, Theater oder Kinoveranstaltungen zumindest akkustisch den Garaus zu machen, gar keine schlechte Idee? Trotz Zeitgeist und allgemeiner Akzeptanz von mobilen Geräten nervt doch kaum etwas mehr, als Handygebimmel und trivialen Gesprächen in unmöglichen Situationen und an unpassenden Orten beiwohnen zu müssen. Kinovorstellungen oder eine zunächst entspannte Zugfahrt werden dann ein Angang.

Da schließt sich gleich die Frage an, ob man das Gesetz nicht ausweiten sollte? Fiepende Handys während einer Hochzeitszeremonie oder schlimmstenfalls einer Trauerfeier sind unnötig und geschmacklos. Also muss der Handy-Störsender auch hier eingesetzt werden, oder? Andererseits wer soll das entscheiden, und wie weit darf man gehen? Sinnvoller wäre es doch, alle Nutzer davon zu überzeugen, dass sie ihr Handy bei Veranstaltungen jedweder Art vorher aus- und dafür ihre Mailbox einschalten.

Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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