Frankreich holt den Supercup
Basketball-Finale und Nowitzki verloren

Die Verletzung von Superstar Dirk Nowitzki beim verpassten Supercup-Sieg hat bei Deutschlands Basketballern für einen bitteren Beigeschmack einer sonst gelungenen EM-Generalprobe gesorgt. Die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Dettmann verlor am Sonntag in Braunschweig das Finale des zum 15. Mal ausgetragenen Traditionsturniers gegen Frankreich mit 68:76 (32:36).

HB/dpa BRAUNSCHWEIG. Sie muss damit weiter auf den ersten Supercup-Gewinn warten. Den dritten Platz sicherte sich Kroatien durch einen 84:69 (49:38)-Sieg über Schweden.

Knapp zwei Wochen vor dem Auftakt der Europameisterschaft in Schweden am 5. September traf das deutsche Team der frühe Ausfall Nowitzkis schlimmer als die Final-Niederlage gegen den mit drei NBA-Profis angetretenen Silbermedaillengewinner von Sydney 2000. Der NBA-Star von den Dallas Mavericks erlitt bereits in der 13. Minute eine Sprunggelenksverletzung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Eine exakte Diagnose (Bänderdehnung oder-riss) lag am frühen Abend noch nicht vor.

"Dirks Ausfall war entscheidend. Hoffentlich ist es nichts Ernstes", sagte Bundestrainer Henrik Dettmann, der dennoch ein positives Fazit zog: "Wichtig war vor allem, dass wir in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft einen Schritt weiter gekommen sind." Weniger die 78:54-Pflichtübung gegen den sieglosen EM-Gastgeber Schweden, sondern viel mehr der 91:84-Sieg über den Medaillenkandidaten Kroatien schürten die deutschen Hoffnungen für ein gutes Abschneiden in Schweden, wo die Olympia-Tickets für Athen 2004 vergeben werden.

6400 Zuschauer in der ausverkauften Volkswagenhalle erhofften am Sonntag eine erneute Gala-Vorstellung von Nowitzki, der mit 37 Punkten gegen Kroatien einen Glanzpunkt des Turniers gesetzt hatte. Doch in der 13. Minute kam der Schock: Nach einem Foul von Florent Pietrus zog sich der 25-jährige Würzburger die Verletzung im linken Fuß zu. Als Nowitzki mit Schmerz verzerrtem Gesicht vom Feld humpelte, hatten die bisweilen äußerst rüde einsteigenden Franzosen vor allem dank Nowitzkis Kollegen von den Mavericks, Tariq Abdul-Wahad (16), ihren 12:19-Rückstand in eine 24:21-Führung umgewandelt.

Kämpfendes deutsches Team

Ihres "Leitwolfs" beraubt, verlor das Dettmann-Team den Rhythmus, konnte aber dank Demirel nach 36:42-Rückstand zum 42:42 (25.) ausgleichen und durch den Frankfurter Pascal Roller sogar in Führung gehen (53:52/29.). In einem tollen Schlagabtausch, bei dem die Führung in den letzten fünf Minuten sieben Mal wechselte, hatten die Franzosen dank einer 8:0-Serie vom 60:61 zum 68:61 das bessere Ende für sich. Bester deutsche Werfer waren Ademola Okulaja (Malaga/17 Punkte) und der Berliner Mithat Demirel (11).

Großes Lob spendete dem aufopferungsvoll kämpfenden deutschen Team der frühere Bundestrainer Svetislav Pesic, der im Vorjahr den Supercup mit Weltmeister Jugoslawien gewonnen hatte. "Die Deutschen haben tolle Moral bewiesen und haben auch außer Nowitzki großes Potenzial. Sie können in Schweden eine gute Rolle spielen", meinte der 52-jährige Serbe.

Dettmann hat noch zwei Mal die Gelegenheit, seinem in bisher acht Vorbereitungsspielen zum zweiten Mal besiegten Team den letzten Feinschliff vor dem EM-Start gegen Israel am 5. September in Norrköping zu verpassen. Vor den letzten Tests gegen Bosnien-Herzegowina am 29. August in der Kölnarena und am 31. August in der Berliner Max-Schmeling-Halle gegen Italien muss der 45-jährige Finne den endgültigen EM-Kader auf zwölf Spieler reduzieren. Ausgemustert wurde in Braunschweig Jan-Hendrik Jagla (Penn State University). Die Entscheidung über das 12. EM-Ticket liegt zwischen Roller und dem Bamberger Steffen Hamann.

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