Frankreich schlägt deutsche Elf
Völler: "Was bleibt, ist das nackte Ergebnis"

Die deutsche Fußball-Nationalelf hat ihre Negativserie gegen die "Großen" des Weltfußballs fortgesetzt. Im Freundschaftsspiel gegen Frankreich unterlag das Völler-Team am Samstag in Gelsenkirchen mit 0:3.

HB BERLIN. Die deutsche Fußball-Nationalelf kann offensichtlich doch nicht gegen die großen Mannschaften der Welt gewinnen. Im Freundschaftsspiel gegen Europameister Frankreich musste das Team von Trainer Rudi Völler am Samstag in Gelsenkirchen eine 0:3 (0:1)-Niederlage hinnehmen. Obwohl Völler vor der Begegnung einen Sieg gefordert hatte, um dem Gerede endlich ein Ende zu machen, schafften die DFB-Auswahlspieler auch im achten Vergleich mit einer "großen" Fußball-Nation keine Trendwende.

Die französische Mannschaft um den Weltstar Zinedine Zidane agierte abgeklärter und effizienter. Thierry Henry (21.) und David Trezeguet (55./ 81.) erzielten vor 53.574 Zuschauern in der Arena auf Schalke die Tore für Frankreich. "Ich weiß auch nicht, was ich sagen soll. Das war ein katastrophales Spiel von uns. Am Anfang hatten wir zu viel Respekt, dann haben wir auch einige Chancen gehabt", sagte der Stuttgarter Andreas Hinkel nach dem Spiel. "Man muss ehrlich anerkennen, dass Frankreich eine ganz tolle Mannschaft ist", sagte Teamchef Rudi Völler. "Jetzt wird es wieder heißen, wir können gegen die 'Großen' nicht gewinnen. Sicher war das ab der 60. Minute auch der Fall. Aber wir geben nicht auf, wir arbeiten dran", fügte Völler hinzu.

Bereits vor dem Anpfiff hielt die Partie eine Überraschung bereit. Frankreichs Nationalkeeper Fabien Barthez stand nicht im Anfangsaufgebot von Trainer Jacques Santini, der ansonsten ein Team erster Wahl aufgeboten hatte. Er gab Gregory Coupet von Olympique Lyon den Vorzug vor dem Welt- und Europameister. Und Coupet machte seine Sache gut. Denn die erstmals in schwarzen Trikots angetretene Völler-Elf prüfte den Keeper in der ersten Hälfte mehrmals. Ein Lattenknaller von Kevin Kuranyi (11.) und ein Schuss von Bernd Schneider (14.), der aber rechts am Tor vorbeiging, waren die größten Möglichkeiten des Vize-Weltmeisters bis zur 21. Spielminute. Dann schoss Bixente Lizarazu vom FC Bayern München von den deutschen Gegenspielern offensichtlich unbemerkt über die linke Seite aufs Tor zu. Dessen Flanke köpfte Thierry Henry unhaltbar zum 0:1 ein.

Den Franzosen blieb nur wenig Zeit zum Jubeln, da versuchte Jens Jeremies (22.) per Weitschuss von der Strafraumgrenze auszugleichen. Auch Frank Baumann (23.) und Michael Ballack (30.) fehlte die letzte Konsequenz. Und genau das war das Problem. Die Franzosen, die nicht halb so häufig vor Oliver Kahns Tor auftauchten, schienen die Fäden in der Hand zu halten, allen Bemühungen der Deutschen zum Trotz.

Ihre Effizienz stellte die Equipe Tricolore auch nach der Pause unter Beweis. Die erste wirklich Chance münzte David Trezeguet in der 55. nach Vorarbeit von Henry zur 2:0-Führung um. Die deutsche Abwehr um den nach 19 Monaten Verletzungspause zurückgekehrten Jens Nowotny konnte Henry nicht aufhalten und ließ Trezeguet sträflich allein. In der 60. hätte wäre aus einer ähnlichen Situation heraus beinahe das 3:0 entstanden, doch Kahn war per Faustabwehr zu Stelle.

Danach wechselte Völler den farblos gebliebenen Stürmer Fredi Bobic gegen Miroslav Klose aus. Doch es half nichts. In der 81. Minute schlug Trezeguet erneut zu. Diesmal leistete Zidane persönlich die Vorarbeit.

"Nach dem 0:2 hatten wir keine Chance mehr", sagte Völler nach dem Spiel. Am Ende sei es das Spiel der Franzosen gewesen: "Es sah fast so aus, als führten sie uns vor", sagte der Teamchef kritisch. "Was bleibt, ist das nackte Ergebnis: Null zu drei, das tut weh. Weil es blöde aussieht. Null zu drei ist einfach ein bisschen zu hoch." Angesichts der Leistungen der französischen Spieler geriet Völler ins Schwärmen: "Zidane, Pires, Trezeguet und Henry, die sind mehr als Weltklasse."

Zidane zollte indes der deutschen Elf Respekt: "Wir haben nicht gegen eine schwache Mannschaft gespielt - gegen Deutschland gewinnt man nicht mit links." Frankreichs Trainer Santini fand zwar auch lobende Worte für das deutsche Team, äußerte sich aber haupsächlich zum Sieg seiner Mannschaft. Diese habe "sehr ambitioniert und dynamisch" gespielt. Ein solcher Sieg tue in der wichtigen Vorbereitungsphase auf die Europameisterschaft im kommenden Jahr besonders gut. "Und nachdem die deutschen Zuschauer 85 Minuten lang zu Deutschland gehalten haben, haben sie am Ende unsere Qualität anerkannt", erklärte Santini den abschließenden Applaus in der Arena Auf Schalke für sein Team.

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