Frankreichs Fernsehen droht mit WM-Boykott
Französische Medien im Machtkampf mit Kirch

Im Land des Fußball-Welt- und Europameisters droht der Fernsehschirm bei der WM 2002 in Südkorea und Japan schwarz zu bleiben: Die französische Wirtschaftszeitung La Tribune wirft der Kirch-Gruppe in ihrer Ausgabe vom Mittwoch `Erpressung" vor.

sid PARIS. Kirch wolle für die WM-Übertragungen 2002 von französischen TV-Sendern unter Ausnutzung seiner Monopolstellung über 300 Mill. DM haben. Nach Informationen der Zeitung weigern sich alle Sender in Frankreich, diese als überhöht angesehene Summe zu bezahlen. Jetzt drohe im Land des Titelverteidigers ein Blackout für die WM in Japan und Südkorea (31. Mai bis 30. Juni 2002).

Die TV-Anstalten lassen die Muskeln spielen, weil sie wegen der Zeitverschiebung am Vormittag sowieso nicht mit hohen Einschaltquoten rechnen und außerdem befürchten, für die lukrativere WM in Deutschland noch kräftiger zur Kasse gebeten zu werden.

In Deutschland hat Kirch 24 der 64 Spiele für 250 Mill. DM an ARD/ZDF verkauft. Insofern scheinen 300 Mill. für die gesamten 64 Spiele aus deutscher Sicht fast wie ein Freundschaftspreis. Andererseits ist Kirch auch in Italien und Großbritannien noch zu keinem Abschluss gekommen.

La Tribune wirft dem Weltfußballverband Fifa vor, nicht mehr dem Wohle des Fußballs zu dienen, sondern Kirch allzu frei seine Monopolstellung ausnutzen zu lassen. Erlöse, die Kirch weltweit über die vereinbarten 3,4 Mrd. DM für die beiden nächsten Weltmeisterschaften erwirtschaftet, werden zwischen Kirch und Fifa gleichmäßig geteilt.

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