Frankreichs Online-Broker unter Konsolidierungsdruck
Société Générale gibt Consors-Gebot verloren

Der Vorstandschef der französischen Großbank Société Générale S.A. (SG), Daniel Bouton, hat den Kampf um die deutsche Consors Discount Broker AG praktisch verloren gegeben. "Unser Gebot liegt wohl deutlich unter dem der Mitbewerber", sagte er.

abo PARIS. Bisher habe man lediglich einen unverbindlichen Übernahmevorschlag gemacht, der sich an Synergien mit dem zur SG-Gruppe gehörenden Online-Broker Fimatex ausrichte. Es wäre indes keineswegs absurd, wenn ein US-Unternehmen eine Prämie für den Marktzutritt in Europa böte, sagte Bouton dem Anlegerblatt "Journal de Finance".

Zuvor hatte Frankreichs größte Bank, BNP Paribas S.A., erstmals ein Gebot für Consors eingeräumt. Über die Höhe machte die Bank keine Angaben. Consors könnte den zur BNP-Gruppe gehörenden Discount-Broker Cortal ergänzen, der am französischen Markt vor Fimatex die meisten Konten hat.

Im Gegensatz zur SG, die den Service der separat börsennotierten Fimatex stets als Ergänzung des Bankangebots gesehen hat, ist die Online-Strategie bei BNP Paribas weniger klar. Zwar hat Vorstandschef Michel Pébereau oft die nahtlose Integration von Cortal mit dem BNP-Online-Banking und der Telefon- und Internetbank Banque Directe verkündet. In der Praxis sind die Pläne jedoch nicht voll realisiert worden.

Die konvergierenden Märkte für Direktbanking und Online- Brokerage stehen in Frankreich wie im Rest Europas unter Konsolidierungsdruck. Bei Direktbanken ist die vom Luxuskonzern gegründete Zebank vor kurzem an den britischen Mitbewerber Egg gegangen. Der Kommunalfinanzierer Dexia S.A. gab seine Online-Privatkundenbank Dexiaplus auf. Zuvor waren bei E-Brokern etliche kleinere Spieler vom Markt verschwunden. Branchenbeobachter schätzen, dass in Jahresfrist nur noch ein halbes Dutzend von den mehr als drei Dutzend Anbietern übrig bleiben. Dabei könnte der Consors-Zuschlag darüber entscheiden, welches Institut im Online-Geschäft europaweit mitspielen wird. Der Online-Broker Self Trade hat den Sprung in eine andere Liga erreicht, in dem es sich der zur Hypovereinsbank-Gruppe gehörenden Direkt Anlage Bank andiente. Die Commerzbank-Tochter Comdirect hat dagegen ihr Engagement in Frankreich abgebrochen: Comdirect France wurde an die Finanzgruppe Pro Capital verkauft.

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