Frankreichs Presse übt harte Kritik
"Unwürdige Leistung"

Die französische Presse hat ihre bisherige Zurückhaltung nach dem sensationellen Vorrunden-Aus von Titelverteidiger Frankreich bei der Fußball-WM in Südkorea und Japan aufgegeben. Hart und schonungslos prasselte die Kritik auf die "Equipe Tricolore" nieder.

Die französische Presse hat ihre bisherige Zurückhaltung nach dem sensationellen Vorrunden-Aus von Titelverteidiger Frankreich bei der Fußball-WM in Südkorea und Japan aufgegeben. Hart und schonungslos prasselte die Kritik auf die "Equipe Tricolore" nieder.

sid PARIS. Von einer "unwürdigen Leistung" schrieb die Sporttageszeitung L'Equipe. Le Monde höhnte: "Die Vorrunde sollte nur eine Aufwärmrunde gegen Mannschaften mit geringer Reputation werden, und jetzt haben sie den Weltpokal, ihren Pokal, im Fundbüro abgegeben."

"L'Humanite" kommentierte kurz und bündig: "Zu viel Ruhm, zu viel Geld, zu viele Spiele, zu viele Schlagzeilen, zu viele Verträge, zu viele Speichellecker, zu viel Werbung, zu viele Sponsoren, zu viele Manager."

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Die Pressestimmen im Einzelnen:

L'Equipe: `Das Ende einer Geschichte. Die Leistung war der Mannschaft unwürdig, unwürdig des Talentes einiger ihrer Spieler, unwürdig der Qualität unseres Fußballs. Die Arroganz, die 1998 lange Zeit verhindert hat, zu erkennen, das eine außergewöhnliche Mannschaft im Entstehen war, hat jetzt die Spieler, ihre Umgebung, die Fans, ja ganz Frankreich blind gemacht. Alle waren unfähig, zu erkennen, dass die Geschichte sich dem Ende zuneigte."

Liberation: "Der Pokal ist ausgetrunken. Wenn die Spieler durch viele Spiele ausgelaugt sind, wenn sie übersättigt scheinen von zu vielen Ehrungen und von zu leicht verdientem Geld, dann folgt die Strafe auf dem Fuße. Dieser plötzliche Tod der fußballerischen Ambitionen Frankreichs zerreißt auch andere Schleier."

Le Figaro: "Eine deftige Pleite, die schwer vorhersehbar war, beendet ein glorreiches Abenteuer. Geblendet und betäubt durch ihren Erfolg, Verpflichtungen durch den Sport und die Geschäfte, haben die Blauen und ihre Umgebung das Wesentliche aus den Augen verloren: Das Spielfeld."

Le Parisien: "Frankreich ist k.o.. Sie kamen nach Asien voller Ambitionen und Ehrgeiz. Sie stürzten tief. Ein trauriges Kapitel für die Blauen, problematisches Ende einer Regentschaft und Bestürzung, um es vorsichtig zu formulieren, im ganzen Land." France Soir: `Frankreich geht es nicht gut. Unbewusst hatte sich Saturiertheit im Lager der Franzosen breit gemacht. Der Verdacht, am Limit zu sein, einige Spieler auf dem Weg nach unten, das sind die ersten Leiden der Blauen."

L'Humanite: `Unverständliches Fiasko. Zu viel Ruhm, zu viel Geld, zu viele Spiele, zu viele Schlagzeilen, zu viele Verträge, zu viele Speichellecker, zu viel Werbung, zu viele Sponsoren, zu viele Manager."

Le Monde: "Frankreich eliminiert. Die Vorrunde sollte nur eine Aufwärmrunde gegen Mannschaften mit geringer Reputation werden, und jetzt haben sie den Weltpokal, ihren Pokal, im Fundbüro abgegeben."

120613 jun 02

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