Franziskaner bestätigen Besetzung
Militante Palästinenser in Geburtskirche geflüchtet

Rund 200 militante Palästinenser sind in die Geburtskirche in Bethlehem geflüchtet.

Reuters BETHLEHEM. Sie benutzten das Gotteshaus als sicheren Hafen, sagte am Mittwoch ein italienischer Journalist, der mit auf dem Arreal eingeschlossen war. Die Palästinenser hätten sich den Weg in die Kirche freigekämpft und feuerten von dort aus auf die Soldaten, die vor der Kirche Positionen bezogen hätten, sagte die Armee.

Ein Sprecher des Franziskanerordens betätigte die Angaben des Journalisten. Die Bewaffneten seien am Dienstagnachmittag zunächst in den Kreuzgang des direkt an die Kirche angrenzenden Franziskanerklosters St. Katharina eingedrungen. Sie hielten sich noch immer dort und in der Kirche auf. Der Obere des Klosters in Bethlehem habe ihre Zahl auf 100 bis 150 geschätzt, sagte ein Sprecher der Franziskaner-Provinz Hannover, die enge Kontakte nach Bethlehem hat.

Am frühen Mittwochmorgen sei die Lage an dem Gotteshaus ruhig gewesen, sagte der italienische Journalist. Der Mann arbeitet für TV-Sender RAI und war mit fünf weiteren Kollegen auf dem Arreal. Das Gotteshaus liegt im Zentrum Bethlehems und ist über der Stelle erbaut, an der Jesus, der Begründer des Christentums, vor rund 2000 Jahren geboren sein soll. Die Kirche gehört zu den heiligsten Stätten der Glaubensgemeinschaft. Eine Armeesprecherin sagte, Dutzende von Palästinensern befänden sich in der Kirche. Die Armee habe einen Vermittler eingeschaltet. Die Soldaten waren am Dienstag nach Bethlehem eingedrungen. Dabei hatte es Augenzeugen zufolge in der Nähe der Geburtskirche heftige Gefechte mit Palästinensern gegeben. Seit Freitag läuft der größte Militäreinsatz Israels in den Palästinenser-Gebieten seit Beginn des Palästinenser-Aufstandes vor eineinhalb Jahren. Israel begründet ihn mit der Verfolgung von Attentätern.

Arafat warf Israel vor, die heiligen Stätten des Islams und des Christentums nicht zu respektieren. "Heute haben sie in Bethlehem die Geburtskirche umstellt und sie haben viele andere Kirchen und Moscheen angegriffen", sagte er in einem Telefoninterview dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira. Er appellierte an die Welt, deswegen gegen Israel vorzugehen. Arafat wird in seinem Amtssitz in Ramallah von der israelischen Armee belagert und ist weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten.

Der italienische Journalist sagte, die Botschaft seines Landes habe die Genehmigung erhalten, ihn und seine großenteils ebenfalls aus Italien stammenden Kollegen mit gepanzerten Fahrzeugen an der Kirche abzuholen.

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