Französische Bank verdient am Kapitalmarkt mehr
Société Générale stemmt sich gegen den Trend

Mit einer faustdicken Überraschung hat die Société Générale S.A. bei ihrer Zwischenbilanz für das zweite Quartal 2002 die Prognosen der Analysten über den Haufen geworfen. Zwar ist das Ergebnis von einer hohen Risikovorsorge gezeichnet, und auch das bisher stabilisierende Filialgeschäft in Frankreich hielt sich nur knapp.

HB PARIS. Doch gegen den Trend steigerte das Institut die Erträge im Geschäft mit Großkunden und an den Finanzmärkten deutlich - vor allem durch die starke Position bei Aktienderivaten. "Das sind aktuell wohl die besten Quartalsergebnisse, die bisher eine Bank in Europa vorgelegt hat", sagte ein britischer Analyst in Paris.

Kurz nach der Ergebnisvorlage kassierte Société Générale reihenweise Hochstufungen durch Analysten, etwa bei Schroder Salomon Smith Barney und West LB Panmure. Die Aktie, die wie alle Bankenwerte zuletzt Federn gelassen hatte, haussierte. Sie legte zum Wochenschluss 7,1 % auf 55,90 Euro zu bei Umsätzen von fast 4 Mill. Stück. Selten seit der Bankenschlacht 1999 war die Aktie so gefragt.

Die Käufer hatten nachgerechnet: Der Reingewinneinbruch im Vergleich zum Vorjahresquartal um 41 % auf 376 Mill. Euro kam überwiegend durch 265 Mill. Euro Risikovorsorge zustande. Von dieser entfallen kaum ein Viertel auf Rückstellungen für Kredite in der Technologie-, Telefon- und Medienbranche. Den mit 150 Mill. Euro größten Batzen legte Vorstandschef Daniel Bouton angesichts der hohen Volatilität der Märkte in eine allgemeine Rücklage, ohne dabei Einzelengagements im Auge zu haben. Bouton: "Das sind keine Rückstellungen für problematische Positionen."

Obwohl der Reingewinn deutlich niedriger ausfiel als der Analystenkonsens, waren die Beobachter voller Lob. Société Générale steigerte ihr Nettobankprodukt (Zinsmarge, Provisionen, Ergebnis Eigenhandel) des zweiten Quartals im Jahresvergleich um 14 % auf 3,8 Mrd. Euro. Daraus zog sie mit 1,1 Mrd. Euro 30 % mehr Bruttobetriebsgewinn.

Das konservativ geführte Filialgeschäft, schaffte bei um 11 % auf 2,1 Mrd. Euro gestiegenen Bankumsätzen und einer fast verdoppelten Risikovorsorge mit knapp 500 Mill. Euro noch ein hauchdünnes Gewinnplus gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Investmentbanking steigerte trotz Aktienkrise seine Einnahmen um ein Zehntel auf 1,3 Mrd. Euro und seine Bruttomarge um 58 % auf 432 Mill. Euro. Nach einer um drei Viertel erhöhten Risikovorsorge blieb unter dem Strich ein Reingewinnbeitrag von 185 Mill. Euro übrig - gut ein Drittel mehr als 2001.

Quelle: Handelsblatt

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