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Französische Banken erhalten Milliardenstrafe wegen Kreditabsprachen

Frankreichs wichtigste Banken sind zu einer Geldstrafe von insgesamt über einer Milliarde Franc verurteilt worden.

dpa PARIS. Wegen wettbewerbsverzerrender Absprachen bei der Umschuldung von Immobilienkrediten sind Frankreichs wichtigsten Banken am Dienstag zu einer Geldstrafe von insgesamt über einer Milliarde Franc (300 Mill. DM) verurteilt worden. Der Wettbewerbsrat sah es als erwiesen an, dass die Großbanken zwischen 1993 und 1994 gemäß einer internen Absprache eine Umschuldung auf zinsgünstigere Kredite massiv behindert hätten. Die beschuldigten Banken kündigten am Dienstag Berufung an.

Die höchste Strafe erhielt der Crédit Agricole mit 456 Mill. Franc, gefolgt von Société Générale und BNP Paribas (je 250 Mill. Franc), Crédit Lyonnais (100 Mill.), den Sparkassen (Caisse d'Epargne/78 Mill.) und Crédit Mutuel (10,5 Mill.).

Die langfristigen Zinsen für Baukredite hatten zu Beginn der 80er Jahre fast 20 % erreicht und waren dann von zwölf Prozent Ende 1992 auf ein Niveau zwischen 7,5 und neun Prozent gesunken. Obwohl die Banken geltend machten, dass die Umschuldungspraxis regional unterschiedlich gehandhabt worden sei, ließ die Wettbewerbsaufsicht das nicht gelten. Nach ihren Recherchen wurden von den insgesamt 600 Mrd. Franc Immobilienkrediten nur 36 Mrd. Franc umgeschuldet.

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