Französische Großbank BNP Paribas macht Druck
Kampf um Crédit Lyonnais verschärft sich

Die französische Großbank BNP Paribas hat den Machtkampf um den Konkurrenten Crédit Lyonnais (CL) weiter verschärft. Bei der Bankaufsicht CECEI beantragte BNP Paribas am Montag in Paris, den bisherigen CL-Anteil von 16,2 bis auf 20 Prozent aufzustocken.

HB/dpa PARIS. Die nächste Sitzung dieses Gremiums unter Leitung des französischen Notenbankchefs Jean-Claude Trichet ist für den 16. Dezember angesetzt. Außerdem fordert BNP Paribas nach eigenen Angaben zwei Sitze im Aufsichtsrat von CL.

BNP Paribas war vor gut zwei Wochen bei einer Blitzauktion zum Verkauf des Staatsanteils bei dem Konkurrenten mit 10,9 Prozent für 2,2 Milliarden Euro eingestiegen und hat seitdem weitere Anteile zugekauft. Damit kam BNP-Vorstandschef Michel Pébereau dem CL-Aktionär Crédit Agricole ins Gehege. Nach Informationen aus der Finanzbranche will sich das agrargenossenschaftliche Finanzinstitut noch keineswegs geschlagen geben. In der vergangenen Woche erhöhten die Genossen ihren CL-Anteil von 10,5 auf 12,17 Prozent und sollen Börsenspekulationen zufolge inzwischen weiter zugekauft haben.

An CL ist auch der zur Allianz-Gruppe gehörende Versicherungskonzern AGF beteiligt, der aber keine Kontrolle an CL anstreben soll. Branchenkenner rechnen damit, dass die deutsche Commerzbank und die spanische BBVA, deren CL-Anteile unter jeweils vier Prozent liegen, über einen Anteilsverkauf verhandeln. Die um Unabhängigkeit ringende CL hatte zu verstehen gegeben, dass Beteiligungserhöhungen auf mehr als 20 Prozent des Kapitals als Übernahmeversuch eingestuft würde. Bislang hatte BNP-Chef Pébereau entgegen anders lautenden Gerüchten betont, eine Übernahmeofferte für CL stünde nicht zur Debatte.

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