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Französische Irak-Geiseln angeblich übergeben

Die Entführer der beiden französischen Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot im Irak sollen ihre Geiseln am Donnerstag einer anderen Gruppe übergeben haben. Das berichtete der arabische Nachrichtensender El Dschasira am Abend. Diese Gruppe habe die Absicht, die beiden Franzosen freizulassen.

dpa KAIRO. Die Entführer der beiden französischen Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot im Irak sollen ihre Geiseln am Donnerstag einer anderen Gruppe übergeben haben. Das berichtete der arabische Nachrichtensender El Dschasira am Abend. Diese Gruppe habe die Absicht, die beiden Franzosen freizulassen.

Weitere Einzelheiten nannte der Sender nicht. Zuvor hatten sich schon Hoffnungszeichen angedeutet. Der französische Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres sagte am Donnerstagabend, die beiden seien nicht mehr in der Hand ihrer radikalislamischen Entführer. Premierminister Jean-Pierre Raffarin mahnte seine Minister jedoch bei ihren Äußerungen zur Vorsicht. "Die von uns zusammengeführten Informationen bleiben unsicher", sagte Raffarin nach Angaben seines Amtes.

Das Pariser Außenministerium hatte zuvor erklärt, die beiden Journalisten seien am Leben und gesund und würden gut behandelt. In Paris hegt man die Hoffnung, dass die Geiseln zum Freitagsgebet freikommen könnten. Innenminister Dominique de Villepin sagte im Fernsehen, er wolle "glauben, dass wir am Freitag auf ein glückliches Ende hoffen können". Unterdessen trat am Donnerstag an französischen Schulen das Kopftuchverbot in Kraft, dessen Rücknahme die islamistischen Entführer von der Regierung in Paris erpressen wollen.

Dagegen soll die islamistische Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad drei türkische Geiseln getötet haben, berichtete El Dschasira. Als Anführer der Gruppe gilt der jordanische Topterrorist el Sarkawi. Die Männer seien durch Schüsse in die Brust gestorben. Dem Sender wurde ein Videoband zugespielt, auf dem zu sehen sein soll, wie die türkischen Geiseln getötet werden. Als Anführer der Gruppe gilt der jordanische Top-Terrorist Abu Mussab el Sarkawi.

Die Polizei in der nordirakischen Stadt Tikrit erklärte, Passanten hätten nahe der Stadt Samarra drei Leichen entdeckt. "Zwei von ihnen sind türkische Staatsbürger. Sie heißen Jahia Sadik und Madschid Mohammed Dschalal, über das dritte Opfer wissen wir nichts, weil keine Papiere bei ihm gefunden wurden", sagte Polizeioffizier Hassan Ahmed. Die Männer seien durch Schüsse in die Brust gestorben. Ob es sich um die von El Tawhid wa el Dschihad ermordeten Geiseln handelt, war zunächst unklar. Wie Medien in Skopje berichteten, sollen vor neun Tagen im Irak außerdem drei Mazedonier entführt worden sein, die für ein US-Unternehmen arbeiten.

Bei einem US-Luftangriff auf die Aufständischen-Hochburg Falludscha waren am späten Mittwochabend 18 Menschen getötet worden. Wie arabische Nachrichtensender unter Berufung auf Ärzte in der westirakischen Stadt berichteten, sind auch drei Kinder unter den Opfern. Der Angriff habe Mitgliedern der Terrorgruppe El Sarkawis gegolten, erklärte das US-Militär. Zwei Häuser in einem Wohngebiet seien mit Raketen beschossen worden. In anderen Städten des so genannten sunnitischen Dreiecks wurden bei Anschlägen und Gefechten seit Mittwoch laut Gesundheitsministeriums weitere 19 Menschen getötet.

Die Übergangsregierung in Bagdad wechselte unterdessen den Oberkommandeur der Streitkräfte aus, weil der erst im April ernannte Kommandeur indirekt Verbindung zu Aufständischen gehabt haben soll. Wie die irakische Zeitung "Al-Maschreq" am Donnerstag berichtete, soll General Amer el Haschimi einen wichtigen Posten mit einem Offizier besetzt, der an Anschlägen beteiligt gewesen sein soll. Auf den Araber El Haschimi folgt nun der Kurde General Babekr el Sibari.

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