Französischer Konzern verheddert sich in Rechtsstreit
Vivendi-Mediensparte droht Verkaufsblockade

Der frühere Vivendi-Manager Barry Diller klagt auf Zahlung von zunächst 620 Mill. $. Das bringt Vivendi-Vorstandschef Jean-René Fourtou unter Druck.

abo PARIS. Dem französischen Medienkonzern Vivendi Universal sind beim Verkauf seiner US-Unterhaltungssparte Vivendi Universal Entertainment (VUE) möglicherweise die Hände gebunden. Dies offenbart die Klage des früheren VUE-Managers Barry Diller auf Zahlung von zunächst 620 Mill. $, die VUE seiner Kabelgesellschaft USA Interactive angeblich noch schuldet. Denn Dillers Mitspracherechte bei VUE reichen erheblich weiter als zuvor bekannt.

Das bringt Vivendi-Vorstandschef Jean-René Fourtou unter Druck . Denn als Sanierer steht Fourtou im Wort, dieses Jahr durch den Verkauf von Konzernteilen rund 7 Mrd. Euro zu erlösen. Will er andere Konzerntöchter wie den Telekom-Anbieter Cegetel oder den Pay-TV-Sender Canal Plus nicht antasten, muss er VUE verkaufen.

Vivendi nennt Dillers Klage unbegründet. "Der Prozess wird die vorgesehene Trennung von Aktivitäten nicht beeinträchtigen", so Fourtou. Genau daran wachsen aber in der Pariser Finanzwelt die Zweifel. Denn Diller und USA Interactive halten auch nach der Trennung des Managers von Vivendi im März noch 5,4 % an VUE. Und laut einem bei der US-Börsenaufsicht SEC hinterlegten Dokument hat sich Diller die Zusage auf 20 Jahre Dividendenzahlungen im Barwert von 2 Mrd. $ gesichert - egal wem VUE gehört. Dem Schriftstück zufolge muss Vivendi Universal bei jedem Verkauf von VUE-Aktiva entweder Dillers Zustimmung einholen, oder der Käufer muss anteilig in die Garantie der Dividendenzahlungen eintreten. Dies dürfte auch einer der Gründe sein, weshalb der Verkauf des VUE-Filetstücks Universal Music an den Computerkonzern Apple und das Universal-Management bisher nicht in Gang kam.

Außer mit Diller liegt Vivendi auch mit Liberty Media im Streit. Der Konzern des US-Tycoons John Malone verklagte Vivendi auf Schadenersatz. Vivendi nennt auch diese Klage "nur ein Druckmittel" in den laufenden Verhandlungen um die Zukunft von VUE. Auch Malone will Teile von VUE - womöglich die gleichen wie sein Rivale Diller.

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