Französisches Logistik-Unternehmen übernommen
Teleplan senkt Plan

Der niederländische IT-Reparaturdienstleister Teleplan hat nach einem schwachen zweiten Quartal seine Prognosen für das Gesamtjahr 2002 gesenkt. Die Teleplan-Aktie stieg dennoch zeitweise mehr als 45 Prozent auf 5,50 Euro. Analysten sagten, der Markt habe mit Schlimmerem gerechnet.

Reuters FRANKFURT/M. Teleplan erwarte nunmehr für 2002 einen Umsatz von bis zu 600 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 36 bis 40 Millionen Euro, teilte das im Nemax-50 gelistete Unternehmen am Donnerstag mit. Zuvor war die Gesellschaft noch von einem Ebit zwischen 42 und 47 (2001: 26,4) Millionen Euro und einem Umsatz von 650 bis 750 (469) Millionen Euro ausgegangen.

Auch wenn die Aussichten für 2002 weiter günstig seien, hielten der schwache Dollar und die Kosten für das Restrukturierungsprogramm den Fortschritt im Gesamtjahr in Grenzen, begründete Teleplan die Senkung der Jahresplanung. Auf das Gesamtjahr werde sich die Dollar-Schwäche mit schätzungsweise acht Millionen Euro negativ auswirken.

Geschäft im zweiten Quartal rückläufig

Im zweiten Quartal veringerte sich der Umsatz von Teleplan auf 126 (Vorjahr: 104) von 132 Millionen Euro im ersten Quartal. Das Ebit ging auf auf 5,9 (6,98) von 6,2 Millionen Euro im Vorquartal zurück. Jedoch seien im ersten Halbjahr die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 258 Millionen Euro gestiegen, das Ebit habe sich um 32 Prozent auf zwölf Millionen Euro verbessert. Das Ergebnis des zweiten Quartals sei sowohl von der Dollarschwäche als auch von dem Restrukturierungsprogramm für die Region Europa/Nahost belastet worden. Dieses solle im Wesentlichen im dritten Quartal abgeschlossen sein. 150 Mitarbeiter seien im zweiten Quartal entlassen worden. Das Restrukturierungsprogramm soll monatliche Kosteneinsparungen von einer Million Euro bringen. Die Nettoverbindlichkeiten seien zum Quartalsende auf 69 von 72 Millionen Euro im ersten Quartal verringert werden können.

Akquisition eines französischen Logistik-Service-Unternehmens

Teleplan gab zudem die Akquisition des französischen Logistik-Service-Unternehmens ETLM, das den europäischen Telekommunikationsmarkt bedient, für rund fünf Millionen Euro in bar bekannt. Für 2003 würde bei ETLM mit einem Umsatz von etwa 30 Millionen Euro gerechnet, der erheblich zum Gewinn beitragen werde. 2002 werde aber ein eher bescheidener Beitrag zum Geschäft erwartet. Durch die Übernahme stärke Teleplan seine Stellung in der Telekommunikations-Hardwareservices-Branche in Europa deutlich und gewinne rund 600 Mitarbeiter hinzu. Teleplan habe mit dem Geschäft den Elektronikkonzern Philips als Hauptkunden gewonnen. Als Teil der Übernahmebedingungen habe Teleplan einen Dreijahres-Exklusivvertrag mit Philips für die Konfigurations- und Reparatur-Dienstleistungen sämtlicher Philips-Mobiltelefone in Europa übernommen.

Analyst Christoph Rehbach von HSBC sagte, die Zahlen zum zweiten Quartal lägen im Rahmen seiner Erwartungen. Sie seien aber nicht so schwach ausgefallen wie am Markt erwartet worden sei, nachdem der Teleplan-Konkurrent EMTS Ende Juni seine Prognose gesenkt hatte. Die Senkung der Jahresplanung von Teleplan sei eher moderat ausgefallen. "Ich habe konservativere Schätzung für das Gesamtjahr", sagte Rehbach. Ein anderer Analyst sagte, die Zahlen seien natürlich schlecht. "Der Markt hat aber mit weitaus schlimmeren gerechnet." Positiv sei zu werten, dass die Firma die Übernahme von ETLM bar bezahlt habe. Dies signalisiere, dass es um die Liquidität von Teleplan nicht so schlecht bestellt sei, wie von Marktteilnehmern befürchtet.

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