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Fraport rechnet mit konstantem Umsatz

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG rechnet in diesem Jahr trotz der aktuellen Krise in der internationalen Luftfahrt mit einem Umsatz etwa auf Vorjahresniveau.

ddp.vwd FRANKFURT/M. Die von den Terroranschlägen des 11. September verusachte «Delle im Flugverkehr» ist für die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport AG kein Grund, ihre Ausbaupläne ad acta zu legen. «Wir gehen davon aus, dass die Erfahrungen des Golfkriegs übertragbar sind», sagte Fraport-Chef Wilhelm Bender am Dienstag in Frankfurt am Main. Sollte es keine neuen Anschläge geben, werde sich der Flugverkehr nach dem 7,2-prozentigen Einbruch der Passagierzahlen im September 2001 spätestens im zweiten Quartal 2002 wieder normalisieren und die Nachfrage weiter steigen, prognostizierte Bender. Langfristig gebe es «überhaupt keinen Anlass, zu denken, wir bräuchten keinen Ausbau», sagte Bender.

An bleibende «signifikante wirtschaftliche Folgen» für die Fraport AG glaubt Bender trotz der aktuellen «Nachfragekrise» ebenfalls nicht. Nach dem «Riesen-Rekordergebnis» des Vorjahrs rechnet Bender für 2001 mit Einbußen von maximal zehn Prozent. Dies sei angesichts der Ereignisse eine Prognose «fern jedes Pessimismus'», sagte Bender. Voraussetzung sei allerdings, dass die Verkehrszahlen in den kommenden Wochen nicht erneut einbrächen. Optimistisch stimmt den Fraport-Chef der Zuwachs der Passagierzahlen in den ersten drei Quartalen. Trotz des September-Rückgangs liege diese Zahl um 1,4 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs, sagte Bender.

Von dem noch im August prognostizierten Passagierzuwachs auf mehr als 50 Millionen im Jahr 2001 verabschiedete sich Bender am Dienstag allerdings endgültig. Im Vergleich zu den 49,4 Millionen Fluggästen im Jahr 2000 rechne er für 2001 mit einem «leichten Rückgang im niedrigen einstelligen Bereich», sagte Bender. Im Frachtgeschäft werde der Abschwung allerdings etwas deutlicher ausfallen. Die Zahl der Starts und Landungen werde dagegen im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil bleiben. Angesichts der sinkenden Nachfrage verfolge Fraport Ergebnis sichernde Maßnahmen, sagte Bender. Einen Einstellungsstopp oder betriebsbedingte Kündigungen werde es aber nicht geben, auch wenn möglicherweise mit einem leichten Stellenabbau zu rechnen sei.

Wie die Flughafenbetreiberin am Dienstag mitteilte, ist das Raumordnungsverfahren zum Ausbau des Flughafens Frankfurt/Main formell eingeleitet worden. Das zuständige Regierungspräsidium Darmstadt habe die Vollständigkeit und Plausibilität der eingereichten Papiere bestätigt. Vom 12. November bis zum 21. Dezember können nun interessierte Bewohner der Region Einblick in die Aktien nehmen und Einwendungen erheben. Insgesamt dauert das Verfahren den gesetzlichen Bestimmungen zufolge ein halbes Jahr. Fraport hatte am 27. August den Antrag für das Raumordnungsverfahren eingereicht, bei dem die Raum- und Umweltverträglichkeit des Ausbaus geprüft wird. Bei den Ausbauplänen geht es neben einer weiteren Landebahn um ein zusätzliches Passagierterminal und andere notwendige Betriebseinrichtungen. Fraport bevorzugt hierfür die Variante einer Landebahn im Nordwesten.

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