Frauen haben es besonders schwer
Jobangebote in Krisenzeiten genau prüfen

Arbeitssuchende sollten gerade in Krisenzeiten nach Ansicht eines Personalexperten Jobangebote besonders sorgfältig prüfen. Denn üblicherweise entließen Unternehmen bei Stellenabbau zuerst die Neuzugänge. Der Chef einer Headhunting-Agentur rät aber noch mehr.

HB/ dpa/ München. Denn üblicherweise entließen Unternehmen bei Stellenabbau zuerst die Neuzugänge, warnte der Deutschland-Chef der Headhunting-Agentur MRI Worldwide, Thomas Aurnhammer, in einem dpa-Gespräch in München.

"Es ist deshalb oft sinnvoller, sich nicht sofort in die nächste Sache zu stürzen, sondern sich eine Auszeit von etwa einem Monat zu nehmen." In dieser Zeit könne man sich darüber klar werden, was man wirklich wolle und eine passende neue Aufgabe finden.

Im Gegensatz zu früher werde eine kleine Lücke im Lebenslauf nicht mehr als allzu dramatisch empfunden, eher das Gegenteil sei der Fall. Bewerber müssten sich außerdem der Tatsache bewusst sein, dass eine Wirtschaftsflaute durchaus auch Chancen biete.

"In solchen Zeiten tun sich viele Aufgaben auf, in die man reinwachsen kann", sagt Aurnhammer. Zwar würden nicht allzu viele hoch dotierte Jobs angeboten, gleichzeitig würden aber fähige und flexible Pragmatiker gesucht, die dann die Möglichkeit hätten, ihre Fähigkeiten voll unter Beweis zu stellen.

Allerdings gelte das vor allem für Männer. "Hoch qualifizierte Frauen haben es momentan wieder schwerer", hätten viele MRI-Personalexperten in ganz Deutschland festgestellt. In der Bauindustrie zeige sich, dass man Frauen in Krisenzeiten erst recht keine Führungsaufgaben übertrage, weil man ihnen weder ausreichend Härte noch Stringenz oder Pragmatismus zutraue.

Insgesamt müssen Aurnhammer zufolge viele Jobsuchende aber wesentlich bescheidener werden. "Viele von denen, die die New Economy nicht überlebt haben, müssen lernen, die Dollar-Zeichen aus ihren Köpfen zu verbannen - und sich damit anfreunden, dass ihre überteuerten Gehälter von damals passé sind." Der Markt sehe auch für sie niedrigere Gehälter, deutlich weniger Führungspositionen und Aufstiegschancen vor.

Für jeden Bewerber sei es jedoch am wichtigsten, permanent die eigenen Fähigkeiten zu überprüfen und diese auch zu verbessern. "Gefragt ist nicht nur räumliche Flexibilität, sondern man muss auch zunehmend für neue Aufgaben offen sein." MRI Worldwide ist nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von rund 820 Millionen Euro im Jahr 2000 das größte Personalberatungsunternehmen der Welt.

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