Frauen schwimmen Weltrekord
Deutsche Staffeln sichern sich EM-Titel

Traumstart: Nach den Weltrekord-Frauen gewannen auch die deutschen Männer bei den Europameisterschaften in Berlin den Titel über 4 x 100-m-Freistil.

HB BERLIN. Deutschlands Schwimmer haben ihr EM- Heimspiel in Berlin mit einem goldenen Doppelschlag eröffnet. Katrin Meißner, Petra Dallmann, Sandra Völker und Franziska van Almsick schwammen am Montag vor 2000 Fans mit Weltrekord in 3:36,00 Minuten zum umjubelten Titel über 4 x 100 m Freistil. Die Männer mit Lars Conrad, Stefan Herbst, Torsten Spanneberg und Stephan Kunzelmann legten nach und entthronten in 3:17,67 überraschend Titelverteidiger Russland. Dazu kam noch Bronze für Nicole Hetzer über 400 m Lagen. "Ein Superstart, das gibt der Mannschaft den letzten Kick", jubelte DSV-Präsidentin Christa Thiel.

Im Springen vom 3-m-Brett eroberte Andreas Wels aus Halle/Saale hinter dem russischen Weltmeister und Titelverteidiger Dimitri Sautin Silber. Die Staffel-Frauen waren völlig aus dem Häuschen. Der Weltmeister nun auch Europameister - ein Traum wurde wahr. Katrin Meißner brachte das Quartett als Startschwimmerin in Führung, "Franzi" schlug mit Weltrekord vor Schweden an: "Ich war furchtbar aufgeregt. Es war ein Anfang nach Wunsch. Ich hoffe, so geht es weiter." Jubelnd streckten die Vier die Arme in den Himmel. Sandra Völker tanzte und konnte es kaum fassen: "Hej, wir sind gerade Weltrekord geschwommen." Für Franziska van Almsick wurde die Rückkehr auf die internationale Schwimmbühne nach zweijähriger Pause in ihrer Heimatstadt zu einem Freudenfest. Am Samstag will "Franzi" endlich ihren acht Jahre alten Weltrekord über 200 m Freistil knacken und damit endgültig die Erinnerungen an die Olympia-Pleite von Sydney, an Demütigungen und Verletzungen aus ihrem Kopf verbannen. "Ich versuche, die Vergangenheit abzuhaken", sagt sie.

Diesmal ließen die Frauen nichts "anbrennen". Sydney 2000, als mit Staffel-Bronze statt Gold das Olympia-Debakel eingeleitet wurde, hat sich in Berlin nicht wiederholt: Nicole Hetzer überzeugte in 4:42,22 als Dritte über 400 m Lagen. Schneller als die 23 Jahre alte Magdeburgerin waren nur Weltmeisterin und Weltrekordlerin Jana Klotschkowa (Ukraine/4:35,10) und die Ungarin Eva Risztov (4:36,17). "Endlich, endlich, die lang ersehnte Medaille auf der Langbahn", sagte die Studentin. Die Baunatalerin Annika Mehlhorn war als Zwölfte schon im Vorlauf gescheitert. Die ersten deutschen Rekorde der Titelkämpfe markierte Daniela Samulski. Im Vorlauf über 50 m Schmetterling verbesserte die Berlinerin ihre eigene Bestmarke auf 27,00 Sekunden, im Halbfinale zog sie noch einmal auf 26,88 an. Janine Pietsch (Riesa) verpasste den Endlauf.

Der Wuppertaler Thomas Rupprath brachte sich als Halbfinal-Schnellster ebenfalls mit deutscher Rekordzeit in 23,77 in Schwung für den Endlauf an diesem Dienstag ein. Über 400 m Freistil mussten sich der 32 Jahre alte Jörg Hoffmann aus Potsdam (3:52,30) und der Elmshorner Heiko Hell (3:54,06) mit den Plätzen sechs und acht begnügen. Titelverteidiger Emiliano Brembillaaus Italien siegte in 3:46,60 Minuten. Jens Kruppa aus Riesa verfehlte über 100 m Brust als Halbfinal-Neunter den Endlauf um 9/100. Mark Warnecke (Schwäbisch Gmünd) war als 19. schon im Vorlauf aus dem Rennen. Über 100 m Rücken zogen Europarekordler Stev Theloke aus Chemnitz und der WM-Dritte Steffen Driesen (Wuppertal) ebenso in das Finale ein wie Antje Buschschulte (Wuppertal) über 200 m Rücken.

Der 27 Jahre alte Sportsoldat Wels musste mit 463,59 Punkten nur Ausnahmespringer Sautin (495,45) den Vortritt lassen. "Ich bin einfach überglücklich", sagte Wels, "es lief einfach gut heute." Lob kam von Sautin: "Andreas war heute doch recht stark." Der deutsche Meister Christian Löffler (Rostock) wurde mit 336,84 Punkten nach mehreren Patzern nur Letzter im Zwölfer-Finale.

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