Frauen verweigerten mehrere Monate lang die Nahrung
Hungerstreik in der Türkei fordert zwei weitere Todesopfer

Der seit Monaten dauernde Hungerstreik türkischer Häftlinge hat am Sonntag zwei weitere Todesopfer gefordert. Eine türkische Menschenrechtsorganisation teilte mit, die 24-jährige Sibel Surucu, ein Mitglied der verbotenen Kommunistischen Arbeiterpartei, sei in einem Krankenhaus in Istanbul gestorben. Sie habe etwa 130 Tage lang die Nahrungsaufnahme verweigert.

ap ISTANBUL. Außerdem starb nach 160 Tagen Hungerstreik die Ehefrau eines Häftlings, wie die Gefangenenhilfsorganisation Özgür Tayad berichtete. Der Mann von Senay Hanoglu habe sich nicht am so genannten Todesfasten beteiligt.

Die Zahl der Todesopfer des Hungerstreiks ist damit auf 16 gestiegen. Rund 250 Häftlinge begannen im vergangenen Jahr mit ihrem Hungerstreik, um gegen die Verlegung aus Haftanstalten mit Großraumzellen in Gefängnisse mit kleinen Zellen zu protestieren. Sie fürchten, in den neuen Zellen der Willkür der Aufseher schutzlos ausgeliefert zu sein.

Die Regierung erklärte, die Großraumzellen seien zu einem Indoktrinationszentrum für linksgerichtete, kurdische und islamische Gruppen geworden. Sie werde auf keinen Fall zu den alten Haftanstalten zurückkehren. Die Polizei in der Stadt Diyarbakir im Süden des Landes nahm unterdessen fünf Menschen fest, die sich an einer Protestaktion gegen die neuen Gefängnisse beteiligt hatten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%