Frauenarbeit stärker fördern
Parlamentskommission: Deutsche sollen länger arbeiten

Angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft muss der Trend zur Frühverrentung in Deutschland gestoppt werden. Dies ist eine der Forderungen der Enquetekommission des Parlaments zum demographischen Wandel, die nach zehnjähriger Arbeit am Mittwoch in Berlin ihren Abschlussbericht präsentierte

wiwo/ap BERLIN. "Wir können uns in Zukunft nicht den Luxus leisten, Menschen mit 59 Jahren in Rente zu schicken", betonte der Kommissionsvorsitzende Walter Link. In Deutschland arbeiten nach Angaben des CDU-Politikers lediglich 39% der Bürger zwischen 55 und 64 Jahren, in der Schweiz sind es hingegen 71%.

Die Politik müsse bereits heute auf die Auswirkungen einer alternden Bevölkerung reagieren, um katastrophale Folgen für die Zukunft abzuwenden. Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland werde weiter kontinuierlich zunehmen, erklärte Link. Im Jahre 2050 würden Frauen durchschnittlich 85 Jahre - Männer 80 Jahre alt werden. Gleichzeitig würden in Deutschland immer weniger Kinder geboren. Diese Entwicklung führe zu vielen Problemen, besonders in der Renten-, Kranken-, und Pflegeversicherung. Gleichzeitig wird sich nach Einschätzung der Kommission an der hohen Zahl der Arbeitslosen in absehbarere Zeit nichts ändern. Ab 2015 werde die Zahl der Berufstätigen drastisch zurückgehen.

Das Gremium macht sich daher auch dafür stark, Frauenarbeit verstärkt zu fördern. Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch die Schaffung von mehr Kinderbetreuung und Ganztagsschulen solle es Frauen erleichtern, im Arbeitsleben zu bleiben. "Bei uns bleibt jede dritte Frau kinderlos", betonte die Grünen-Abgeordnete Irmingard Schewe-Gerigk. Um die staatliche Krankenversicherung auch in Zukunft zu erhalten, schlagen die Kommissionsmitglieder von SPD und Grünen vor, Kassenbeiträge auch auf Miet- und Zinseinkünfte zu erheben und die Beitragsbemessungsgrenze anzuheben. Außerdem fordern sie höhere Beiträge für die Pflegeversicherung. Link machte jedoch deutlich, dass die Kommission in den Fragen der Gesundheits- und Einwanderungspolitik keine Einigkeit in den Empfehlungen erzielt habe.

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