Fraunhofer-Forscher entwickeln neues Beschichtungsverfahren
Leuchtfolien sollen Displays in der Werbung ersetzen

Die bayerische Firma Cool Light stellt auf der Hannover Messe Folien vor , die aus leuchtenden Kunststoffen gefertigt werden. Die Leuchtfolien sollen herkömmliche Displays in vielen Anwendungen ersetzen. Mit ihnen könnten leuchtende Tapeten, strahlende Decken und animierte Plakatwände hergestellt werden. Die Leuchtfolien emittieren ein für das Auge angenehmes, monochromatisches Kaltlicht, das auch bei Staub, Rauch oder Nebel besser sichtbar ist als jede andere Lichtquelle.

hsn HANNOVER. Die nur einen Millimeter dicke, biegsame und rollbare Folie ist wie ein Sandwich aus mehreren Schichten aufgebaut. Sie leuchtet kräftig, benötigt wenig Strom, lässt sich auf dünnen flexiblen Folien aufbringen und ist nach Angaben der Firma einfach zu verarbeiten. Die Folie kann gebogen oder gerollt werden und ist leicht. Ein Quadratmeter wiegt nicht einmal ein Kilogramm. Der neue Kunststoff wandelt fast die gesamte elektrische Energie (etwa 98 %) in Licht und nur einen verschwindend kleinen Teil in Wärme um. Damit verbraucht sie nur einen Bruchteil der Energie einer Leuchtstoffröhre. Und: Die Helligkeit ist stufenlos regelbar.

Noch ist das Teststück, das auf der Messe präsentiert wird, nicht größer als ein DIN-A4-Blatt. Doch schon bald sollen sie als Folien in beliebiger Länge hergestellt werden. Forscher am Dresdner Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl und Plasmaphysik (FEP) entwickeln zurzeit ein Beschichtungsverfahren, mit dem die transparente Elektrodenschicht aufgebracht werden kann. Das FEP ist spezialisiert auf Großflächenbeschichtung von Kunststoff-Folien durch Vakuumverfahren.

"Kunststoff-Folien werden seit etwa 40 Jahren in Bandbeschichtungsanlagen beschichtet", beschreibt Dr. Nicolas Schiller die Vakuum-Anlagen, in denen Folien von 60 Zentimeter Breite und bis zu 30 Kilometer Länge - von Rolle zu Rolle - in einem Zyklus mit einer oder mehreren Lagen beschichtet werden können. Die Schichtabscheidung erfolgt durch Aufdampfen oder Magnetronsputtern.

Für die Leuchtfolien verwendet FEP ein Schichtsystem aus dem Keramikmaterial ITO und dem Metall Silber, das im Vakuum aufgesputtert wird. Zunächst wird auf die Trägerfolie aus hochtransparentem Polyester eine ebenfalls transparente elektrisch leitfähige Schicht aufgebracht. Dann folgt in der Mitte eine dünne, aktive Leuchtschicht. Sie wird durch eine lsolationsschicht von der abschließenden Rückenelektrode getrennt. Für den Außenbereich gibt es spezielle UV-beständige Kunststoff-Versionen.

Auf die beschichtete Trägerfolie bringt Cool Light dann die Leuchtstoffe sowie die weiteren Lagen auf und sorgt für die elektronische Verschaltung. Die Leuchtfolie soll in den Standard-Pigmentfarben Weiß, Grün, Orange oder Blau angeboten werden. Mit Durchlichtfarben lassen sich praktisch alle Farben realisieren.

Quelle: Handelsblatt

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