Freche Frisur und fünf Sätze am Stück
„Iceman“ Räikkönen taut auf

Der "Iceman" taut langsam auf: Kimi Räikkönen scheint auf einem guten Weg, sein Image als langweiligster und unterkühltester Formel-1-Fahrer abzulegen. Zwar ist er noch weit davon entfernt, ein Paradiesvogel wie der exzentrische und rebellische Jacques Villeneuve zu werden, aber immerhin tauchte der von Natur aus blass-blonde Finne vor dem Großen Preis von Deutschland mit leicht gelblich gefärbten Haaren und einer frechen Frisur im Vergleich zum davor braven Bürstenschnitt auf.

HB/dpa HOCKENHEIM. "Ich war beim gleichen Friseur wie meine Freundin. Die machen, was sie für richtig halten. Ich hab' da eh keine Idee", verriet Räikkönen, wie es zum neuen Kopfschmuck kam.

Zudem sagte der als großer Schweiger bei Journalisten gefürchtete Räikkönen im Interview sogar fünf Sätze am Stück und entpuppte sich damit für seine Verhältnisse als Plaudertasche. Auf den Putz haute der McLaren-Mercedes-Mann dennoch nicht. Großspurige Ankündigungen zählen nicht zu seinem Stil; er lässt lieber Taten auf der Rennstrecke für sich sprechen. Und da hat er in dieser Saison trotz einiger Patzer insgesamt in einer Art und Weise aufgetrumpft, die Freund und Feind stark beeindruckt hat.

Michael Schumacher traut seinem derzeit schärfsten Rivalen im Titelrennen eines Tages die Weltmeisterschaft zu: "Kimi hat dazu die Fähigkeiten." Formel-1-Boss Bernie Ecclestone bezeichnete den Finnen als "Fahrer der Zukunft". Für den dreimaligen Weltmeister Niki Lauda ist Räikkönen "vermutlich eines der größten Talente der letzten 20 Jahre. Er hat alles, was Champions haben müssen."

Räikkönen selbst ist überzeugt davon, dass er einmal Weltmeister wird: "Wenn nicht dieses Jahr, dann im nächsten oder irgendwann später." Bei nur sieben Punkten Rückstand vor dem 12. Saisonlauf am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) hat das 23 Jahre junge Supertalent sogar gute Chancen, 2003 als jüngster Champion in die Grand-Prix-Geschichte einzugehen. "Es ist nicht einfach, aber ich hoffe, ich kann den Rückstand in den fünf noch ausstehenden Rennen wettmachen", sagte Räikkönen. Schumacher sieht den schnellen Silberpfeil-Kontrahenten "von den Punkten her als meinen härtesten Gegner" an.

Zuletzt in Silverstone konnte der Finne einen Zähler auf seinen Ferrari-Widersacher aufholen; in Hockenheim will er den Rückstand weiter verkürzen. Die Wettervorhersage spricht dafür: Sollten am Sonntag tatsächlich 30 Grad Hitze herrschen, wären die Michelin - Reifen der McLaren-Mercedes (und Williams-BMW) den Bridgestone-Pneus der Ferraris klar überlegen. "Unser Auto sollte hier auch sehr gut sein", meinte der Verfolger.

So macht sich Räikkönen berechtigte Hoffnungen, beim Mercedes- Heimrennen seinen zweiten Grand-Prix-Sieg nach dem Erfolg in Malaysia feiern zu können. Aber die Konkurrenz sei groß. "Alle Fahrer der drei Top-Teams haben in Hockenheim Chancen, auch wenn Rubens Barrichello und David Coulthard keine Hauptanwärter auf den Titel sind", traut er einem Sextett den Sieg zu.

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