Freezers gegen Frankfurt derzeit im Vorteil
Entspannung vor dem Endspiel

Die Berliner Eisbären stehen schon im Finale um die Eishockey-Meisterschaft - der Gegner wird noch gesucht.

BERLIN. Es war so gegen 23 Uhr. Da hätten sich am Dienstagabend eigentlich 22 Herren in den weißen Trikots im Berliner Sportforum überschwänglich freuen dürfen. Schließlich hatten die Eisbären das Finale um die Eishockey-Meisterschaft erreicht. Vier Siege in vier Spielen im Viertelfinale gegen Düsseldorf, drei Siege in drei Spielen gegen Ingolstadt. Doch nach ihrem souveränen 5:0-Sieg im schließlich letzten Spiel gegen die Bayern, da jubelten die Hauptdarsteller eher zögerlich. Ihre Fans forderten Ehrenrunde um Ehrenrunde, doch die Eisbären wollten nicht so recht.

Stürmer Mark Beaufait, in den Play-offs einer der besten Spieler der Berliner, erklärte später warum: "Noch haben wir nichts erreicht." Letzteres ist untertrieben. Es gab nicht wenige, die mit Beginn der Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eine Duplizität der Ereignisse heraufbeschwören wollten. Denn schon im Vorjahr waren die Eisbären als souveräner Hauptrundenerster in die Play-offs gegangen und im Halbfinale als Favorit in vier Spielen an Außenseiter Krefeld Pinguine gescheitert. Doch diese Saison ist es bislang anders gekommen. Trainer Pierre Pagé glaubt, dass seine Spieler aus den Niederlagen im Vorjahr ihre Lehren gezogen und mental an Stärke gewonnen haben. In der Tat wirken die Eisbären in den Play-offs nervenstärker als vor einer Saison.

Während sich die Eisbären nun neun Tage entspannt auf die nach dem Modus "Best of five" gespielte Endspielserie vorbereiten können, wird im anderen Halbfinale noch gekämpft. Im Vorteil sind dort jetzt die Freezers, die am Dienstag in eigener Halle die Lions 7:3 besiegten und mit 2:1-Siegen in der Serie führen. Hamburg hat am Freitag beim vierten Spiel in Frankfurt den ersten Matchball. Bei den Freezers wollte keiner Gedanken an die Eisbären verschwenden. Auch wenn sie nun zwei Matchbälle haben, sei das Verwandeln eines ebensolchen doch die eigentliche Kunst, sagte Geschäftsführer Boris Capla: "Dafür ist auf jeden Fall wieder eine Topleistung notwendig." Die hatten die Freezers am Dienstag gebracht.

Ihr Spiel wirkte selbstbewusst, vor allem das Überzahlspiel war stark verbessert. Freezers-Verteidiger Heiko Smazal zeigte sich nach dem 7:3 erleichtert, wollte aber nicht an Berlin denken. "Innerhalb des Teams wird überhaupt noch nicht über die Meisterschaft gesprochen", sagte Smazal. Das scheint die Doktrin von Trainer Dave King zu sein, der nun hofft, dass seine Mannschaft die Chance am Freitag nutzt. Das hofft auch Capla innigst. Auf ein weiteres Halbfinalspiel würde er für die Finalteilnahme gegen Berlin gern verzichten.

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