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Freiburg als Punktelieferant in Kaiserslautern

Der SC Freiburg ist nur noch ein Punktelieferant. Auch wenn die einst durch attraktiven Fußball beliebten und erfolgreichen Breisgauer bei der 0:3 (0:1)-Pleite im Südwest-Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern besser auftraten, als das Resultat vermuten lässt.

dpa KAISERSLAUTERN. Der SC Freiburg ist nur noch ein Punktelieferant. Auch wenn die einst durch attraktiven Fußball beliebten und erfolgreichen Breisgauer bei der 0:3 (0:1)-Pleite im Südwest-Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern besser auftraten, als das Resultat vermuten lässt.

Sie kassierten die neunte Niederlage in den vergangenen zehn Bundesligaspielen. Während die ebenfalls gegen den Abstieg kämpfenden "Roten Teufel" (15./17 Punkte) den heiß ersehnten Anschluss an das Mittelfeld herstellten, gehen die Freiburger (17./10) mit bereits sechs Zählern Rückstand auf die rettenden Ränge schweren Zeiten entgegen.

"Es wird superschwer. Die Spieler werden zwei, drei Tage brauchen, damit sie das Spiel aus dem Kopf kriegen", sagte der enttäuschte Coach Volker Finke. "Das Ergebnis ist brutal. Ich weiß nicht, woran es liegt, wir haben keine Argumente mehr", konstatierte Schlussmann Richard Golz. Allerdings wurde auch die FCK-Freude über den dritten Heimsieg nacheinander gewaltig getrübt: Torwart Tim Wiese wird mehrere Monate fehlen. Der 22-Jährige erlitt in der 63. Minute ohne Fremdeinwirkung einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie. "Das ist natürlich ein schwerer Schlag für uns", sagte Coach Kurt Jara.

Allerdings konnten die bemühten, aber viel zu harmlosen Gäste vor nur 30 741 Zuschauern auch Wieses Ersatzmann Thomas Ernst nicht überwinden. Stattdessen kassierten sie den zweiten Treffer von Ioannis Amanatidis (70.), der bereits eine Minute vor der Pause mit seinem zweiten Saisontor die FCK-Führung besorgt hatte. "Mit dem 0:2 waren wir aus dem Rennen", befand Finke: "Es ist ein Riesenfrust in der Mannschaft, wie dieses Tor zu Stande kam." Denn im Mittelfeld war ein klares Foul von Lauterns Carsten Jancker vorausgegangen.

Gegen die demoralisierten Südbadener hatte der Ex-Freiburger Ferydoon Zandi dann keine Mühe mehr, drei Minuten vor dem Ende den Schlusspunkt zu setzen. "Wir sind aber nicht mit 3:0 an die Wand gespielt worden", stellte Finke klar. Egal: Der letzte Sieg datiert vom 24. Oktober (2:0 gegen VfB Stuttgart). Setzen sie die Pleitenserie fort, muss der einstige Uefa-Cup-Teilnehmer zum dritten Mal nach 1997 und 2002 absteigen. "Wir müssen Ansatzpunkte finden, damit die Mannschaft ein Spiel wieder drehen kann", meinte Finke. Für alle Fälle hat Präsident Achim Stocker Freiburgs Trainer-Fossil eine Job-Garantie bereits zugesichert.

Kollege Kurt Jara ist dagegen auf dem besten Weg, derartige Freifahrtscheine gar nicht zu benötigen. "Wir sind sehr froh. Wir wollten diese drei Punkte, und nun haben wir sie", meinte der österreichische Jubilar nach seinem 100. Spiel als Bundesliga-Trainer. In seinen neuen Stammtorwart hat Jara "absolutes Vertrauen". So musste der 36-jährige Ernst bereits in den letzten drei Spielen der vergangenen Saison im Kampf gegen den Abstieg ran, als Wiese ebenfalls verletzt ausgefallen war. Als zweiter Torwart rückt U-19-Nationalkeeper Florian Fromlowitz nach.

Ein glückliches Händchen hatte Jara mit der Einwechslung von Ciriaco Sforza bewiesen, der nach anderthalb Jahren wieder sein erstes Spiel auf dem heimischen Betzenberg bestritt. Der Schweizer sorgte für den Schwung, die die Gastgeber vor Minusrekord-Kulisse in der ersten Hälfte hatten vermissen lassen. "Ciri hat das Spiel in die Hand genommen", freute sich Jara. Und Amanatidis, der die ersten sieben Spiele wegen eines Wadenbeinbruchs gefehlt hatte, meinte mit Blick auf das nächste Derby daheim gegen Aufsteiger FSV Mainz 05: "Gewinnen wir dann auch, ist alles wunderbar."

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