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Freiburg beendet Auswärtsfluch in Wolfsburg

Volker Finke war aufgekratzt wie lange nicht mehr und freute sich diebisch. Nach fast drei Jahren hatte der SC Freiburg wieder ein Auswärtsspiel gewonnen und nach 457 Minuten torlosen Minuten wieder in der Fußball-Bundesliga getroffen.

dpa WOLFSBURG. Volker Finke war aufgekratzt wie lange nicht mehr und freute sich diebisch. Nach fast drei Jahren hatte der SC Freiburg wieder ein Auswärtsspiel gewonnen und nach 457 Minuten torlosen Minuten wieder in der Fußball-Bundesliga getroffen.

Doch Matchwinner beim 1:0 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg war für den Trainer ausgerechnet ein Abwehrspieler: Sheyi Olajengbesi. "Er hat überragend trainiert und das heute auch auf dem Platz umgesetzt. Das ist für mich die eigentliche Geschichte des Spiels", sagte Finke über den 23 Jahre alten Nigerianer. Nach Ansicht seines Trainers legte Olajengbesi den Grundstein für den ersten Erfolg in der Fremde seit 29 Spielen und dem 2:0 am 21. Oktober 2001 bei Borussia Dortmund.

Der Innenverteidiger hatte seine Sternstunde ausgerechnet in Wolfsburg, wo er noch im April dieses Jahres beim 0:4 den Tiefpunkt seiner Karriere im Trikot des SC Freiburg erlebt hatte. "Er spielte mit falschen Schuhen, verschuldete zwei Tore und war eben grottenschlecht", erklärte sein Trainer. Diesmal ließ Olajengbesi den VfL-Angreifer Diego Klimowicz zwar zu einem gefährlichen Kopfball (9.) kommen, doch letztlich konnten sich der Argentinier und Nationalspieler Thomas Brdaric nicht entscheidend in Szene setzen.

Nicht nur mit der Hereinnahme des Abwehrspielers, auch mit der Einwechslung von Regis Dorn bewies Finke ein glückliches Händchen. Der in der 81. Minute ins Spiel gekommene Franzose erzielte nur 240 Sekunden später das Tor des Tages. "Ich habe nicht mit einem Punkt gerechnet. Deshalb war mein Treffer für mich ein ganz großer Moment", sagte Dorn, der vor dieser Saison nach zwei Jahren wieder zum Sportclub zurück gekehrt war, und mit seinem fünften Bundesliga-Tor für Erleichterung bei seinem Trainer sorgte. "Jetzt hört endlich das Zählen auf, wie lange wir auswärts ohne Sieg sind, die Mannschaft stärkte ihr Selbstvertrauen und die Moral", sagte Finke nach dem Ende des Auswärtsfluchs.

Beim VfL Wolfsburg herrschte Niedergeschlagenheit und das nicht nur wegen der verlorenen drei Punkte. Trotz des Auftakterfolgs vor einer Woche bei Borussia Dortmund kamen nur 16 378 Zuschauer zur Heimpremiere in die Volkswagen-Arena - eine herbe Enttäuschung für die Führungsetage der Niedersachsen. "Wir sind vom Himmel in die Hölle gekommen", umschrieb Trainer Erik Gerets die peinliche Niederlage und beklagte die mangelnde Chancenauswertung seines Teams. Die Offensivspieler Martin Petrow (schied mit einer Oberschenkelverletzung aus), Brdaric (Verletzung am Sprunggelenk) und der schwache Klimowicz konnten sich gegen die starke Freiburger Abwehrreihe nicht durchsetzen.

Die "Wölfe" drohen nun schon in der Frühphase der Saison vom Kurs Richtung Europapokal abzukommen. Die nächsten Aufgaben werden schwer: Immerhin sind Meister Werder Bremen und Titel-Mitfavorit FC Schalke 04 die Gegner.

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