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Freiburgs Lage nach 1:4 bei Bayer prekär

Bayer 04 Leverkusens Neuzugang Paul Freier war beim 4:1-Sieg gegen den SC Freiburg der große Gewinner. „Ich brauche eben etwas länger als andere, um mich bei einem neuen Verein einzugewöhnen“, sagte der 26-jährige in Bytom geborene Pole mit deutschem Pass.

dpa LEVERKUSEN. Bayer 04 Leverkusens Neuzugang Paul Freier war beim 4:1-Sieg gegen den SC Freiburg der große Gewinner. "Ich brauche eben etwas länger als andere, um mich bei einem neuen Verein einzugewöhnen", sagte der 26-jährige in Bytom geborene Pole mit deutschem Pass.

Freier brachte Bayer nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit mit zwei Treffern (48./88.) und einer Torvorlage für Jacek Krynowek (53.) - den Endstand markierte Andrej Woronin (89.) - fast im Alleingang auf Siegkurs. Nach seiner Glanzvorstellung und seinen ersten Toren in der Bundesliga seit dem 24. Mai 2003 bleibt der Mittelfeldspieler trotzdem bescheiden. "Jeder, der Fußball spielt, weiß, wie gut es ist, nach langer Flaute ein Tor zu schießen, meinen persönlichen Erfolg sollte man nicht überbewerten und die Kirche im Dorf lassen."

Für den 17-maligen Nationalspieler, der in der Saison 2003/2 004 oft verletzt war und unmittelbar vor der EM in Portugal wegen eines Innenbandrisses wieder aus dem DFB-Quartier abreisen musste, brechen offenbar wieder bessere Zeiten an.

Kontakt zum neuen Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat er noch nicht gehabt. "Bisher war das auch keine Frage, weil ich nicht gut gespielt habe", gab Freier offen zu. Tatsächlich brachte er seit seinem Wechsel zu Saisonbeginn vom VfL Bochum nach Leverkusen in seinen vorherigen Pflichtspiel-Einsätzen nicht viel zu Stande. "Zuvor hat er bei Pässen den Ball nur von einem Fuß zum anderen gespielt. Ich hoffe, dass dies die Befreiung für ihn war", sagte Bayer-Cheftrainer Klaus Augenthaler, dem die eklatanten Leistungsschwankungen der Werkself schwer zu schaffen machen.

"Ich erwarte irgendwann einmal, dass die Mannschaft von Anfang an funktioniert, sonst bekomme ich irgendwann noch einen Herzkasperl", sagte der 47-Jährige angesichts des 0:1-Pausenstandes durch Soumaila Coulibaly (29.) und blamabler erster Halbzeit. Andererseits hat er fast schon ein Urvertrauen in das Vermögen seiner konstant mal grottenschlecht, mal genial spielenden Truppe gewonnen, Spiele noch zu drehen. Augenthaler: "Wir sind bisher in fast jedem Heimspiel nach Rückstanden wiedergekommen, nur gegen Bayern München haben wir mal geführt."

Sein Team blieb zu Hause mit dieser Art des Hui- und Pfui-Fußballs sechs Mal ungeschlagen, hat aber mit vier Niederlagen und zwei Remis die schlechteste Auswärtsbilanz der Liga. Die Aussicht, dass sich auch auf fremden Terrain der Erfolg wieder einstellt, steigt nach Augenthalers Ansicht. Genährt wurde seine Hoffnung durch das 1:1 in der Champions League beim AS Rom. "Wenn wir so stehen, holen wir einen Punkt bei Werder Bremen", meinte er vor dem Gastspiel beim Meister, mit dem Bayer nach dem 2:3 im DFB-Pokal noch eine Rechnung offen hat.

Prekär ist die Lage beim tief im Bundesliga-Keller steckenden SC Freiburg. Dennoch sieht Trainer Volker Finke keinen Grund zur Panik: "Über die Bedrohlichkeit einer Tabellensituation zu sprechen, hat noch nie einen Punkt gebracht." Und schließlich habe seine Mannschaft über weite Strecken nicht schlecht gespielt. "Es war Fußball, mit dem man sich wieder identifizieren kann", sagte Finke, der in 14 Jahren beim SC drei Auf- und zwei Abstiege erlebt hat. Nun hofft er auf ein Erfolgserlebnis im DFB-Pokal beim Regionalligisten SC Paderborn 07.

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