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Freier abgereist - noch kein Nachfolger

Winden im Elztal (dpa) - Rudi Völler macht im Training Ernst - aber nicht mehr mit Paul Freier. Der Bochumer reiste erwartungsgemäß aus dem Quartier der Fußball-Nationalmannschaft in Winden im Elztal ab.

Winden im Elztal (dpa) - Rudi Völler macht im Training Ernst - aber nicht mehr mit Paul Freier. Der Bochumer reiste erwartungsgemäß aus dem Quartier der Fußball-Nationalmannschaft in Winden im Elztal ab.

«Nach einer nochmaligen Untersuchung bei Doktor Müller-Wohlfahrt sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es keinen Sinn macht, wenn Paul Freier mit zur EM nach Portugal fährt», sagte Teamchef Rudi Völler. Freier hatte sich beim 7:0 gegen Malta einen Innenband-Einriss im linken Knie zugezogen. Wen Völler für den verletzten Mittelfeldspieler ins Aufgebot nachholt, will er sich bis nach dem zweiten EM-Spiel der U 21 gegen Schweden offen halten. «Wir brauchen jetzt nicht in Aktionismus zu verfallen, spätestens Pfingstmontag wird es eine Entscheidung geben», kündigte Völler an.

Nachdem der Teamchef bisher nur den 23. und letzten Platz im EM-Kader für einen Junioren-Spieler freihalten wollte, können jetzt wieder der Münchner Bastian Schweinsteiger und der Kölner Lukas Podolski beide auf ein Ticket zur «großen» Europameisterschaft hoffen. «Die Tendenz geht zu einem zweiten U 21-Spieler», verriet Völler. Im Fall Podolski, der den Auftakt der Junioren-EM gegen die Schweiz (2:1) wegen einer Leistenzerrung verpasst hatte, erreichten ihn positive Nachrichten. Podolski wird gegen Schweden spielen.

Mögliche andere Nachrücker sind wohl nur noch ein Thema, wenn die Pechsträhne beim Vizeweltmeister anhält. «Wer die letzten vier, fünf Tage erlebt hat, wer da schon alles ausgefallen ist, da sind große Möglichkeiten vorhanden», sagte Völler mit Bezug auf Spieler wie den Neu-Gladbacher Oliver Neuville oder den künftigen Bremer Frank Fahrenhorst. An Carsten Ramelow, der nach der 1:5-Pleite in Rumänien aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war und damit freiwillig auf eine EM-Teilnahme verzichtet hatte, denkt er nicht mehr. «Das wäre nur im extremsten Notfall, aber den haben wir ja nicht.»

Die Verabschiedung von Freier tat Völler auch menschlich weh. «Das ist mir schwer gefallen. Paul hatte sich diese EM in den vergangenen zwei Jahren verdient», betonte der Teamchef. Der 24-jährige Freier, für den Portugal sein erstes großes Turnier gewesen wäre, sei «schweren Herzens» abgereist. DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte Völler keine Hoffnung machen können, dass der Mittelfeldspieler noch im Turnierverlauf hätte fit werden können.

Während Freier nach Hause fuhr, nahm Völler die verbliebenen 19 Akteure am Samstag bei sommerlichen Temperaturen wie angekündigt hart ran. Die Spieler liefen in der intensiven Trainingseinheit so heiß, dass der Teamchef das abschließende Spiel beim Stand von 2:1 für das «Team Ballack» gegen das «Team Hamann» vorzeitig beendete. «Da war tolles Tempo drin, die Spieler sind heiß. Man merkt, der Kampf um die Plätze geht los», stellte Völler zufrieden fest. «Wir wollen es auch nicht übertreiben.»

Auch die verkürzte Spielzeit brachte eindeutige Fingerzeige. So lässt Völler die Vierer-Abwehrkette mit Friedrich, Wörns, Nowotny und Lahm gemeinsam mit Dietmar Hamann als Abfangjäger einspielen. Fredi Bobic hat im Moment als Sturm-Partner von Kevin Kuranyi die Nase vorn im Zweikampf mit Miroslav Klose. Und während der Hannoveraner Thomas Brdaric wegen muskulärer Probleme noch einmal reduziert trainieren musste, löste Rückkehrer Christian Ziege bei Experten und Zaungästen großes Erstaunen und Raunen aus, als er den Ball aus der Drehung volley dem chancenlosen Oliver Kahn ins Tor knallte.

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