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Freigelassene berichten von 1000 Geiseln in Schule

Das Ausmaß der Geiselnahme in der Schule von Beslan in Südrussland ist noch dramatischer als befürchtet. Nach Schätzungen freigelassener Geiseln sollen sich etwa tausend Menschen in der Gewalt der Kidnapper befinden.

dpa BESLAN. Das Ausmaß der Geiselnahme in der Schule von Beslan in Südrussland ist noch dramatischer als befürchtet. Nach Schätzungen freigelassener Geiseln sollen sich etwa tausend Menschen in der Gewalt der Kidnapper befinden.

"Es sind dort 1020 Menschen", zitierte die russische Tageszeitung "Gaseta" eine der am Donnerstag freigelassenen Mütter. In der bislang einzigen offiziellen Erklärung zur Situation in der Turnhalle war zunächst von 354 Geiseln die Rede gewesen. Der vermittelnde Kinderarzt Leonid Roschal kündigte am Freitagmorgen an, die Behörden würden eine neue Auflistung der Geiseln erstellen.

Bereits am Mittwoch, dem ersten Tag der Geiselnahme, haben sich nach Angaben freigelassener Frauen zwei Terroristinnen mit mehreren gefangenen Männern in die Luft gesprengt. Das erfuhr die örtliche Presse in Beslan am Freitag. Bei dem Zwischenfall seien bis zu 21 Männer getötet worden, hieß es.

Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. Zu der fraglichen Zeit am Mittwochabend waren aus dem Schulgebäude starke Explosionen zu hören gewesen. Andere freigelassene Geiseln bestätigten das Selbstmordattentat nicht. Nach bisherigen offiziellen Angaben sollen bei der Erstürmung der Schule bis zu zwölf Menschen getötet worden sein.

Die russischen Spezialkräfte haben am Freitagmorgen weitere Verhandlungen mit den Geiselnehmern aufgenommen. Über Telefon werde derzeit über die Freilassung der jüngsten Geiseln, mindestens 16 Kinder im Vorschulalter, verhandelt, sagte Roschal. Zudem müsse geklärt werden, wie man die Leichen aus dem Gebäude bringen könne.

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