Freitag wird weiter verhandelt
Metaller in Sachsen drohen mit Streik

Die Übernahme des in Baden-Württemberg erzielten Metall-Tarifabschlusses in anderen Tarifbezirken ist weiter offen. In Sachsen ging am Donnerstag ein Sondierungsgespräch zwischen Arbeitgebern und IG-Metall ergebnislos zu Ende, anschließend drohte die Gewerkschaft mit Streik ab Anfang Juni. Auch im Bezirk Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gab es zunächst keine Einigung.

WiWo/ap FRANKFURT/MAIN. Übernahmegespräche liefen auch in den Bezirken Küste und Nordrhein-Westfalen. Am Mittwochabend war der in Baden-Württemberg erzielte Abschluss von den Gewerkschaftsmitgliedern in der zweiten Urabstimmung gebilligt worden und ist damit unter Dach und Fach. Im Ost-Pilotbezirk Berlin-Brandenburg steht die Annahme der vereinbarten Übernahme in der Urabstimmung noch aus. In Sachsen sträuben sich nach wie vor die Arbeitgeber, den in Berlin-Brandenburg gefundenen Tarifabschluss für die 123 000 Beschäftigten in Sachsen zu übernehmen. Am Freitag soll weiter verhandelt werden.

Wie der Verhandlungsführer des Verbandes der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie, Bodo Finger, mitteilte, kommt insbesondere die Vereinbarung, im nächsten Jahr über Arbeitszeitverkürzung zu sprechen, für Sachsen nicht in Frage. "Darüber wollen wir kein Wort verlieren". In Sachsen gilt die 38-Stunden-Woche, die IG-Metall will nach westdeutschem Vorbild eine Angleichung auf 35 Stunden erzielen. Der IG-Metall-Bezirksvorsitzende Hasso Düvel unterstrich dagegen, dass es nur noch darum gehen könne, die Tarifvereinbarung von Berlin-Brandenburg im Verhältnis eins zu eins auf Sachsen zu übertragen. Wenn beide Seiten in dieser Woche nicht zurechtkommen sollten, würde am kommenden Montag beim Vorstand der IG-Metall der zur Zeit noch ruhende Antrag auf Urabstimmung und Streik genehmigt.

Das Scheitern der Tarifgespräche für die sächsische Metallindustrie hatte die IG-Metall bereits vor einigen Wochen erklärt. Anfang Juni könnten dann in Sachsen Arbeitskampfmaßnahmen beginnen, sagte Düvel. Am Freitag wollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften in Dresden zur dritten Tarifrunde treffen. Finger betonte: "Das Ergebnis ist völlig offen". Er sei skeptisch, ob es zu einem Tarifabschluss komme.

Verhandlungen in Bezirken Küste und Nordrhein-Westfalen

Bei den Verhandlungen für den Tarifbezirk Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland wurde ebenfalls keine Einigung gefunden. Die Arbeitgeber seien nicht zur Übernahme der 120-Euro-Pauschale für den Monat Mai bereit, zudem habe sich "die bisher zögerliche Herangehensweise der Arbeitgeber an den gemeinsamen Entgelt-Tarifvertrag nachteilig ausgewirkt", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Klaus Mehrens. Der hierzu bisher erreichte Verhandlungsstand sei für eine Einigung nicht ausreichend gewesen. Die Verhandlungen sollen am 28. Mai fortgesetzt werden.

In Neuss trafen die Tarifpartner zusammen, um über die Übernahme des Tarifabschlusses auch für die rund 750 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalens zu verhandeln. Ein Gewerkschaftssprecher sagte zu Beginn, es sei noch einiges an strittigen Punkten zu klären. Im Bezirk Küste begann die sechste Verhandlungsrunde für die rund 180 000 Beschäftigten in der Metallindustrie. Sowohl die IG Metall als auch die Arbeitgeber rechnen nach eigenen Angaben mit einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen zur Übernahme des baden-württembergischen Abschlusses.

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