Freiwillige Selbstkontrolle
Banken verschärfen Kampf gegen die Geldwäsche

Elf international tätige Privatbanken haben sich auf Grundsätze zur Bekämpfung der Geldwäsche geeinigt. Sie sehen die Schaffung einer unabhängigen Instanz in jeder einzelnen Bank vor.

dbi/HB ZÜRICH. Als entscheidenden Schritt im Kampf gegen Kriminalität und Korruption haben die Vertreter der Finanzinstitute und einige ihrer ehemaligen Kritiker die gestern in Zürich präsentierten "Wolfsberg-Prinzipien" bewertet. Mit der Vereinbarung wollen die Privatbanken die Geldwäsche einschränken. Die Deutsche Bank beteiligt sich als einziges deutsches Geldinstitut an der Initiative. Die anderen deutschen Banken sehen nach eigener Aussage keinen Handlungsbedarf.

Erarbeitet wurden die in Zürich vorgestellten Grundsätze mit Hilfe der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI). "Ziel des Prozesses war es, Grundsätze zu formulieren, die es korrupten Personen erschweren, ihre unrechtmäßigen Gewinne ins weltweite Bankensystem einzuschleusen", sagte TI-Präsident Peter Eigen in Zürich.

Deutschen Bank die Crédit Suisse, UBS (Schweiz), ABN Amro (NL), Société Générale (F), BSCH (E), Barclays (GB), J.P. Morgan, Citigroup, Chase Manhattan (alle USA) sowie die HSBC (London/Asien) regeln unter anderem die Identifikationspflicht der Banken bei der Eröffnung von Konten für Privatkunden neu.

Gelder von Politikern, Parteifunktionären und Top-Managern staatlicher Unternehmen sollen von den Banken einer besonders genauen Kontrolle unterzogen werden. Alle Unterlagen, die im Zusammenhang mit einem Geldwäsche-Verdacht stehen, müssen mindestens fünf Jahre aufbewahrt werden. Die Banken verpflichten sich, eine aktive Rolle zur Abwehr illegal erworbener Gelder zu spielen und dabei, falls nötig, auch über die bestehenden Anti-Geldwäsche-Regelungen hinauszugehen. Die Privatbanken erachten es deshalb als entscheidend, dass sie in kritischen Fällen nicht nur den Bevollmächtigten eines Kontos, sondern auch den "wahren Besitzer" des Geldes kennen.

Private Initiative der Banken

Nach Aussage von Hans-Peter Bauer, Leiter der Risikoabteilung der UBS, machten vier Punkte die neue Selbstregulierung bemerkenswert: Die Vereinbarung sei auf private Initiative zwischen Banken entstanden, die im Tagesgeschäft als Konkurrenten arbeiten. Eine "komplexe Übung" sei rasch und mit einem "substanziellen Resultat" abgeschlossen worden. Alle Banken seien von der Erkenntnis getrieben worden, dass es in der Geldwäsche keinen Wettbewerb geben solle. Die Banken hätten eng mit ihren früheren Kritikern zusammengearbeitet.

Treibende Kraft hinter der Banken-Vereinbarung war vor allem die Berliner Anti-Korruptions-Organisation Transparency International, die sich den weltweiten Kampf gegen Geldwäsche und Korruption zum Ziel gesetzt hat. TI-Chef Eigen zeigte sich gegenüber dem Handelsblatt mit der Übereinkunft zufrieden, nannte aber gleichzeitig das nächste Ziel seiner Organisation: Jetzt müsse das Abkommen, das zwischen Privatbanken geschlossen wurde, auf andere Bereiche des Kapitalmarktes ausgedehnt werden, etwa auf Investmentfonds oder Handelsbanken.

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