Freizeit ist ein Fremdwort für Zach
Viel Zeit zum Angeln

Hans Zach verlängert seinen Vertrag als Eishockey-Bundestrainer nicht und kümmert sich nur noch um die Kölner Haie und seine Hobbys.

BERLIN. Hans Zach winkte ab. "Ich? Fischen nach Alaska? Nein, dafür habe ich keine Zeit, dazu habe ich zu viel Stress." Es ist ein paar Wochen her, als ein Kollege aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) den Trainer der Kölner Haie gefragt hatte, ob er sich im Sommer, auf einem ausgedehntem Trip in Nordamerika, wieder seinem Hobby widmen werde. Freizeit sei ein Fremdwort für ihn, hatte der 55-jährige Tölzer gesagt, die Doppelbelastung als Klubtrainer in Köln und als Bundestrainer sei Schuld daran.

Damit ist es nun vorbei: Den Angler Zach wird es künftig häufiger geben, den Bundestrainer dafür nicht mehr: Am Donnerstag erklärte Zach, dass er seinen zum 30. Juni auslaufenden Vertrag beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) nicht verlängern werde. Seit 1998 war Zach Bundestrainer. Er hatte die Nationalmannschaft im Jahr 2000 wieder in die A-Gruppe der Weltmeisterschaft geführt.

Die Kunde von Zachs Rücktritt nahm DEB-Sportdirektor Franz Reindl "geschockt" zur Kenntnis. "Ich respektiere das aber. Ich habe mich sowieso schon gewundert, wie Hans das sechs Jahre lang ausgehalten hat mit der Doppelbelastung." Gegen Ende seiner Amtszeit hat es Zach immer weniger ausgehalten, bei der Weltmeisterschaft in Tschechien wurde das deutlich. Zuvor hatte Zach sein Team dreimal in Folge ins Viertelfinale geführt, beim am Sonntag zu Ende gegangenen WM-Turnier reichte es nur zu Platz neun.

Zach wurden Fehler vorgeworfen. Bei der Nominierung der Spieler, bei dem von ihm favorisierten defensiven Spielsystem. Der kantige, stets um souveräne Ausstrahlung bemühte Bayer zeigte sich überrascht. "Die Medien haben uns stets besonnen begleitet, jetzt haben sie es umgedreht", sagte Zach. "Ich wäre ja blöd, wenn ich die Medien unterschätzen würde." Durch seinen Rücktritt als Nationaltrainer könne er sich nun ungestörter seiner Arbeit bei den Haien widmen.

Am Donnerstag wurden die Vereinstrainer Greg Poss (Nürnberg) und Pierre Pagé (Berliner Eisbären) als mögliche Nachfolger von Zach gehandelt. Der Kanadier Pagé signalisierte, dass er an der Aufgabe als Bundestrainer "interessiert" sei. Reindl wollte darüber "keine Diskussion" führen, er sei schon falsch zitiert worden. "Ich habe nicht gesagt, dass Assistenztrainer Ernst Höfner Bundestrainer wird." Die Auswahl müsse nicht unbedingt von einem deutschen Trainer betreut werden. Höfner und er würden am Montag das deutsche Aufgebot für den "World Cup of Hockey" bekannt geben, jenes Turnier, das im September in Europa und Nordamerika unter der Leitung der National Hockey-League ausgespielt wird. Wer dann beim deutschen Team hinter der Bande steht? "Bis Mitte Juli werden wir das entschieden haben", sagte Reindl.

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