Frentzen steht vor der Suche nach einem neuem Formel-1-Rennstall
Sanierungsverfahren bei Prost eingeleitet

Das Formel-1-Team des viermaligen Weltmeisters Alain Prost steht vor dem Aus und Heinz-Harald Frentzen damit vor der Suche nach einem neuen Arbeitgeber für die kommende Saison. Das Handelsgericht in Versailles leitete gestern ein Sanierungsverfahren für den mit mehr als 60 Millionen Mark verschuldeten französischen Rennstall ein und ordnete gleichzeitig eine sechsmonatige Beobachtungszeit an.

sid/dpa PARIS. Nach Ablauf dieser Frist haben die Richter drei Möglichkeiten: Wenn sie die Arbeit des Teams fortlaufen lassen, müssen alle Schulden beglichen werden. Sie können das Unternehmen aber auch liquidieren oder es ganz oder in Teilen von Dritten übernehmen lassen.

Bereits im September dieses Jahres hatten die Anwälte Prosts vor einem gewaltigen Finanzloch gewarnt, nachdem der Teamchef viele Sponsoren verloren hatte. Der 51-Jährige klammerte sich jedoch bis zuletzt an die Hoffnung, dass potente arabische Geldgeber ihm zur Seite springen würden. Eine Übernahme des Rennstalls durch den Brasilianer Pedro Diniz - seinen früheren Piloten und Geschäftspartner - lehnte Prost ab. Nach Angaben der französischen "L?Equipe" ging er auch nicht auf ein Angebot des deutschen Bertelsmann-Konzerns ein, der sein Team unterstützen wollte.

Neue Finanziers beziehungsweise Übernahmekandidaten scheint es derzeit nicht zu geben. Aus einer Position der Schwäche heraus jetzt schnelle Entscheidungen zu treffen, sei aber nicht der beste Weg, sagte Prost gestern. Sein 1997 als Nachfolger von Ligier gegründeter Rennstall hatte in der abgelaufenen Formel-1-Saison nur vier Punkte eingefahren. In den letzten drei Jahren konnten die Franzosen keinen einzigen Sieg verbuchen.

Für Frentzen, der nach seinem Hinauswurf bei Jordan in diesem Jahr bereits fünf Rennen für Prost bestritten hatte, bleiben somit wohl nur Arrows und Minardi als mögliche Arbeitgeber für die kommende Saison. Dabei hatte der Mönchengladbacher noch in dieser Woche erklärt, dass er am liebsten weiter für Prost fahren würde. Damit widersprach der 34-Jährige Spekulationen, dass er kurz vor der Vertrags-Unterzeichnung bei Arrows stehe.

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