Frequenzhandel
Notfall UMTS

Für die Mobilfunker wird der Frequenzhandel zur Überlebensfrage. Vor allem den vier kleinen Mobilfunkbetreibern E-Plus, O2 (ehemals Viag Interkom), Mobilcom und Quam fehlt die Finanzkraft und das Stehvermögen, um alleine gegen die beiden Marktführer T-Mobile und Vodafone bestehen zu können.

jb. Hält die Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) an den UMTS-Lizenzbedingungen fest, fallen die Frequenzblöcke automatisch an die RegTP zurück, sobald ein Inhaber Konkurs anmeldet oder er mit einem anderen fusioniert. Geld gibt es nicht zurück. Um aus der UMTS-Falle herauszukommen, entwickelte die Münchner Managementberatung Solon ein Rettungsszenario, das auf die schnelle Freigabe des Frequenzhandels setzt:

1. Die Mobilfunkbetreiber beginnen extensive Konsultationen mit der Bundesregierung und der RegTP. Erstes Verhandlungsziel: Bei Fusion oder Konkurs fallen die UMTS-Frequenzen nicht an die RegTP zurück.

2. Im Vorgriff auf eine Freigabe des Frequenzhandels beschließt die RegTP ein Thesenpapier zur Neuinterpretation des Telekommunikationsgesetzes (TKG) und der UMTS-Lizenzbedingungen.

3. Per Verwaltungsakt wird eine nachträgliche Änderung beziehungsweise Neuinterpretation der UMTS-Lizenzbedingungen erwirkt. Bei einer Fusion dürfen zwei UMTS-Netzbetreiber jetzt bis zu vier Frequenzblöcke á fünf Megahertz behalten.

4. Der Weg ist frei für eine Fusion innerhalb der Verfolgergruppe E-Plus, O2, Mobilcom und Quam. Das fusionierte Unternehmenbesteht aller Voraussicht nach aus einem GSM-Betreiber (E-Plus, O2) und einem Newcomer (Mobilcom, Quam) auf dem deutschen Markt. Das fusionierteUnternehmen nutzt den neuen Gestaltungsspielraum und behält alle vierUMTS-Frequenzblöcke.

5. Vor dem Hintergrund einer neuen EU-Richtlinie veröffentlicht die RegTP noch in diesem Jahr ein Grundsatzpapier zur zukünftigen Ausgestaltung des Frequenzhandels wie er im neuen Telekommunikationsgesetz (TKG) verankert werden soll.

6. Langfristig, innerhalb von drei Jahren, kommt es in der Gruppe der kleineren UMTS-Betreiber zu einer weiteren Fusion. Das bis dahin geänderte TKG ermöglicht den Frequenzhandel. Überschüssige Frequenzblöcke werden unter der Aufsicht der RegTP verkauft. Der Erlös geht nicht mehr an den Staat, sondern an den Verkäufer.

Quelle: Wirtschaftswoche 

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