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Fresenius erhöht nach Umsatz- und Gewinnanstieg Prognose für 2004

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat nach den Zahlen für die ersten neun Monate seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2004 erhöht. Der Jahresüberschuss solle nun statt bisher 30 um rund 35 Prozent zulegen, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag in Bad Homburg mit.

dpa-afx BAD HOMBURG. Der Gesundheitskonzern Fresenius hat nach den Zahlen für die ersten neun Monate seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2004 erhöht. Der Jahresüberschuss solle nun statt bisher 30 um rund 35 Prozent zulegen, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag in Bad Homburg mit. Der Vorstandsvorsitzende Ulf Schneider begründete die Anhebung der Prognose mit dem guten Geschäftsverlauf. Für den Konzernumsatz rechnet die Gesellschaft weiter mit einer währungsbereinigten Steigerung im hohen einstelligen Prozentbereich.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigerte Fresenius den Angaben zufolge den Konzernüberschuss währungsbereinigt um 26 Prozent auf 125 Mill. Euro. Im Vorjahreszeitraum betrug der Überschuss 105 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) erhöhte sich von 590 Mill. in den ersten neun Monaten 2003 auf 628 Mill. Euro in der Berichtsperiode. Der Konzernumsatz nahm währungsbereinigt um acht Prozent auf 5,399 Mrd. Euro zu. Fresenius Medical Care (FMC/Dialyse) und Fresenius Kabi (Ernährungs-/Infusionstherapie) hätten sich auch im dritten Quartal "ausgezeichnet entwickelt", sagte Schneider.

Umsatzstärkste Region war der nordamerikanische Markt mit einem Anteil von 48 Prozent. Hier verbuchte der Konzern allerdings einen leichten Umsatzrückgang von einem Prozent auf 2,620 Mrd. Euro. Deutlich besser schnitten dagegen der asiatisch-pazifische Raum, Lateinamerika und auf niedrigem Niveau Afrika ab. In Europa wurde ein Umsatzplus von fünf Prozent auf 2,071 Mrd. Euro verbucht.

Experten: ZUM Teil Besser ALS Erwartet

Marktteilnehmer beurteilten die Neunmonatszahlen positiv. "Fresenius hat sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) die Markterwartungen getroffen, der Überschuss und das Ergebnis je Aktie sind leicht besser ausgefallen", sagte ein Frankfurter Händler. Dass zudem der Ausblick für den Umsatz bestätigt und der Gewinnausblick angehoben wurde, hält er für ein weiteres positives Zeichen.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erhöhte die Fresenius-Aktie von "Verkaufen" auf "Halten". "Das in den letzten Tagen positive Marktsentiment, die Prognose-Erhöhung bei der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) und nun auch im Konzern selbst dürften Kursrückschläge eher unwahrscheinlich machen", hieß es in einer Studie. Als positiv für die Fresenius-Aktie hob Analyst Alexander Burger neben der Erhöhung der Überschussprognose auch die Marktführerschaft des Unternehmens in verschiedenen Bereichen hervor. Belastend würden hingegen die Restrukturierungen bei Fresenius Proserve wirken, die Wechselkursrisiken und das sich als "unbeständig" erweisende generelle regulatorische Umfeld für Gesundheitsunternehmen.

Die Fresenius-Aktie fiel am Nachmittag um 0,04 Prozent auf 67,82 Euro. Der MDax stieg gleichzeitig um 0,30 Prozent auf 5 100,05 Punkte.

Finanzieller Spielraum FÜR Übernahmen

Fresenius sieht einen finanziellen Spielraum für Zukäufe in Höhe von 1,2 Mrd. Euro, aber derzeit keine konkreten Übernahmeziele. Unter Einsatz von Fremdkapital wäre der Spielraum noch viel größer, sagte der Vorstandsvorsitzende Schneider. Sollte es die Möglichkeit einer globalen Akquisition wie FMC geben, dann würde Fresenius dieser nachhaltig nachgehen. Das Unternehmen wolle aber das angestrebte Investmentrating - es soll 2005 erreicht werden - nicht gefährden, fügte Finanzvorstand Udo Werle hinzu.

Wachsen will Fresenius vor allem im Geschäftsbereich Ernährungs-/Infusionstherapie. Dabei strebt das Unternehmen kleinere Akquisitionen im Volumen von zehn bis 20 Mill. Euro an. Mit mittelgroßen Akquisitionen soll vor allem das Produktprogramm erweitert werden. Das Volumen bezifferte Schneider hier zwischen 100 Mill. bis 200 Mill. Euro. Er wollte aber auch eine größere Akquisition nicht ausschließen, wenn sich eine günstige Gelegenheit ergeben sollte.

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