Fresenius muss hohe Rückstellungen bilden

Archiv
Fresenius muss hohe Rückstellungen bilden

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) hat wegen Rechtsstreitigkeiten in den USA im vierten Quartal Rückstellungen in Millionen-Dollar-Höhe gebildet.

rtr FRANKFURT. Bereinigt um diese erwarte FMC für 2001 ein Nachsteuerergebnis von 240 bis 245 Mill. Dollar, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Wegen des laufenden Insolvenzverfahrens von W.R. Grace und für die Beilegung der Auseinandersetzung mit privaten US-Krankenversicherern seien im vierten Quartal Rückstellungen von 258 Mill. Dollar vor Steuern gebildet worden. Nach Steuern sind dies nach FMC-Angaben 177 Mill. Dollar. Zudem hieß es, mit dem US-Krankenversicherer Aetna sei mittlerweile eine grundsätzliche Einigung erzielt worden. Die FMC-Aktie büßte im Handelsverlauf 1,82 % auf 66,90 ? ein.

Die Bad Homburger FMC-Muttergesellschaft Fresenius AG teilte zu den Rückstellungen ihrer Tochter mit, durch die Maßnahme werde der Jahresüberschuss des Fresenius-Konzerns beeinflusst, da nun 190 Mill. ? als außerordentliche Aufwendungen ausgewiesen würden. Fresenius gehe nun davon aus, dass der Jahresüberschuss 2001 bei 179 Mill. ? liegen werde. Beim Konzernumsatz hat die FMC-Mutter ein Plus von 20 % auf 7,3 Mrd. ? verbucht.

Im einzelnen seien im Zusammenhang mit dem laufenden Insolvenzverfahren von W.R. Grace vor allem für mögliche Steuerverpflichtungen aus der Zeit von vor 1996 sowie für Kosten zur Durchsetzung eigener Ansprüche vor Gericht Rückstellungen von 172 Mill. Dollar vor Steuern gebildet worden, erklärte FMC. Aus der Verschmelzung der Grace-Tochtergesellschaft National Medical Care (NMC) mit dem Dialysebereich der Fresenius AG war 1996 der Dialysekonzern FMC entstanden. "Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um diese Gelder zurückzubekommen", sagte ein Firmensprecher. 30 Mill. Dollar Rückstellungen vor Steuern bildete FMC nach eigenen Angaben für mögliche weitere Kosten, die wegen der NMC-Transaktion aus dem Jahr 1996 entstehen könnten. Zu diesen beiden Posten kämen Rückstellungen von 56 Mill. Dollar vor Steuern für die Beilegung von Auseinandersetzungen mit privaten US-Krankenversicherern hinzu. Mit dem Krankenversicherer Aetna Life Insurance erzielte FMC dabei nach eigenen Angaben jetzt eine grundsätzliche Einigung zur Beilegung des seit 1997 anhängigen Rechtstreits. Auch wenn die Verfahren mit den verbleibenden US-Krankenversicherern nicht beigelegt werden könnten, sei davon auszugehen, dass die Summe die Kosten der weiteren Auseinandersetzungen abdecke. Streitpunkt ist unter anderem die Weigerung der Versicherer, bestimmte Laborleistungen und Ernährungstherapien zu vergüten.

FMC habe einen bedeutenden Schritt gemacht, um die rechtlichen Auseinandersetzungen in den USA aus der Zeit vor 1996 zu beenden, erklärte Konzernchef Ben Lipps. Lipps geht davon aus, "dass dieses Kapitel damit in finanzieller Hinsicht für uns abgeschlossen ist."

Analysten äußerten sich zurückhaltend. "Obgleich dies wie ein endgültiges Aufräumen ausschaut, könnten immer noch nicht alle Risiken abgedeckt sein", erklärte Andreas Schmidt von Merrill Lynch. Der Analyst bezifferte die Kosten für die möglichen Grace-Steuerverpflichtungen auf rund 120 Mill. Dollar, zehn bis 20 Mill. Dollar entfielen auf Gerichtskosten für einen Rechtsstreit um Asbest-Schäden bei W.R. Grace. Eventuelle Ausgleichszahlungen oder mögliche Bußgelder seien durch die FMC-Rückstellungen aber noch nicht abgedeckt. Zudem würden diese Streitfälle frühestens 2003 gelöst.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%