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Freude in Stuttgart und Aachen - Dämpfer für Schalke

In Stuttgart und Aachen herrschte Euphorie, „auf“ Schalke gedämpfte Stimmung. Nur der späte Gegentreffer in Gelsenkirchen beim 1:1 (1:0) gegen den FC Basel verhinderte einen Traumstart der deutschen Clubs in die neu geschaffene Gruppenphase des Uefa-Cups.

dpa DÜSSELDORF. In Stuttgart und Aachen herrschte Euphorie, "auf" Schalke gedämpfte Stimmung. Nur der späte Gegentreffer in Gelsenkirchen beim 1:1 (1:0) gegen den FC Basel verhinderte einen Traumstart der deutschen Clubs in die neu geschaffene Gruppenphase des Uefa-Cups.

Anders als der Revierclub verschafften sich Bundesliga-Spitzenreiter VfB Stuttgart und Zweitligist Alemannia Aachen eine glänzende Ausgangsposition. Mehr noch als der VfB, der sich beim 5:1 in Beveren erneut in Galaform präsentierte, machte Aachen von sich reden. Nach dem überraschenden 1:0-Erfolg des "Underdogs" gegen das französische Spitzenteam aus Lille geriet Alemannia-Trainer Dieter Hecking ins Schwärmen: "Das war Gänsehaut pur. Ein bislang einzigartiger Tag."

Aus dem vermeintlichen Punktelieferanten in der Gruppe H ist urplötzlich ein Aspirant für den Einzug in die dritte Phase des Uefa - Cups geworden. Beim einzigen im Wettbewerb verbliebenen Zweitligisten herrschte nach dem entscheidenden Treffer von Erik Meijer (67.) vor 20 352 Zuschauern im Kölner Rheinenergiestadion Hochstimmung. Unbeeindruckt vom guten Ruf der Gäste, die in Frankreichs Top-Liga sechs Mal in Serie gewonnen hatten, stürmten die Aachener erneut im Hurra-Stil. Aus seinem Stolz machte Hecking keinen Hehl: "Mainz und wir verkörpern das, was in Deutschland vielleicht ein bisschen verloren gegangen ist. Den Spaß am Fußball."

Mit dieser Einschätzung lag der Coach zwar richtig, vergaß dabei jedoch, die Stuttgarter zu erwähnen. Dem ansonsten Euphorie resistenten VfB-Trainer Matthias Sammer fiel es schwer, nach dem Kantersieg bei KSK Beveren in der Gruppe G nach Kritikpunkten zu suchen. "Das hat die Mannschaft mit Bravour gelöst", meinte der ehemalige Muster-Profi, dessen Team auch nach 13 Saisonspielen noch ungeschlagen ist. Vor allem das Lob des belgischen Trainers Herman Helleputte ging den Schwaben runter wie Öl: "Diese Mannschaft gehört normalerweise in die Champions League." Einziges Ärgernis an einem wundervollen Fußball-Abend: Selbst eine Zusammenfassung vom famosen Auftritt blieb den TV-Zuschauern verwehrt.

Stattdessen wurden sie Zeuge, wie der FC Schalke 04 in der Gruppe A eine schon gewonnen geglaubte Partie noch aus der Hand gab. In seinem vierten Spiel auf der Schalker Bank blieb Chefcoach Ralf Rangnick erstmals ohne Sieg. Nur in den ersten 30 Minuten knüpften die Schalker dort an, wo sie beim 1:0-Auswärtssieg gegen den FC Bayern aufgehört hatten. Ein Rückfall in alte Zeiten nahm Rangnick nach dem frühen Führungstreffer von Lewan Kobiaschwili (8.) jedoch alle Freude: Statt schnell nach vorn, wurde behäbig in die Breite gespielt. Der Schweizer Meister witterte Morgenluft und riss die Gastgeber mit einem Freistoßtor von Matias Emilio Delgado (82.) aus allen Träumen.

Besonders frustriert war der erst in der 86. Minute eingewechselte Ailton. Zu Verbalattacken ließ er sich zwar nicht hinreißen, doch der Ärger war unverkennbar. Mit einem kurzen Sprint eine aufwärts fahrenden Rolltreppe hinab schüttelte er besonders hartnäckige Journalisten ab. "Er war so schnell weg, so schnell konnte ich nicht gucken. Wenn er am Sonntag genauso schnell ist, ist das in Ordnung", kommentierte Rangnick. Mehr amüsiert als besorgt reagierte der neue Trainer auf den markanten Abgang des Brasilianers. Beordert Rangnick den Torjäger auch gegen Mainz nicht in die Anfangself, könnte der neue Frieden beim Revierclub in Gefahr geraten.

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