Freude über Volljährigkeit getrübt
Prinz Harry wird flügge

Prinz Harry, das Sorgenkind im Hause Windsor, wird 18. Wie jeder andere Teenager freut sich der jüngste Sohn von Prinz Charles und Prinzessin Diana auf den Geburtstag am 15. September, der größere Freiheiten verspricht.

HB/dpa LONDON. Aber die Champagner-Toasts und einträchtigen Familienfotos dürften kaum darüber hinwegtäuschen, dass die Freude über Harrys Volljährigkeit nicht ungetrübt ist. Vor allem Charles ist nach Angaben aus Hofkreisen wenig geneigt, nach den Exzessen seines Sohnes mit Haschisch und Alkohol die Zügel zu lockern.

Harry, der kurz vor seinem 13. Geburtstag 1997 vor den Augen der Welt den Tod seiner Mutter verschmerzen musste, hat nach Ansicht seines Vaters immer noch großen Bedarf an Schutz und elterlicher Führung. Immer wieder tauchten in diesem Sommer Berichte und Gerüchte über Trinkgelage des jungen Prinzen mit Freunden auf. Der hoch gewachsene, schlanke Eton-Zögling mit dem roten Haarschopf kommt auch bei den Mädchen gut an.

Lob für seine direkte und offene Art

Anfang dieses Jahres hatte Harry dem Hause Windsor mit dem öffentlichen Eingeständnis seines Alkohol-und Haschischkonsums einen peinlichen Skandal beschert. Prinz Charles hatte seinen Sprössling daraufhin in eine Londoner Rehabilitätionsklinik geschickt, wo sich der Teenager persönlich ein Bild über die Folgen von Alkohol-und Drogensucht machen konnte. Für seine offene und direkte Art, mit dem Problem umzugehen, hatte Charles seinerzeit allseits Lob erzielt.

Aber trotzdem bleibt der Vater offenbar nervös. Sein Bedürfnis, Harry auf Schritt und Tritt "überwachen" zu lassen, hat nach Presseberichten bereits zu Spannungen zwischen Charles und seinen Söhnen geführt. Besonders der ältere Bruder William (20), der in Schottland studiert, soll böse darüber sein, dass Prinz Charles seinen kleineren Bruder "wie ein Baby" behandelt. Als Charles einmal sogar seine Privatsekretärin für einen Tag als "Kinderfrau" für Harry einsetzte, soll William entrüstet protestiert haben.

Harry will aus dem Schatten seines Bruders treten

Zur großen Enttäuschung von Harry hat Prinz Charles auch dafür gesorgt, dass der Teenager im August nicht zu einem Polo-Turnier nach Spanien fahren durfte. Offiziell wurden Sicherheitsgründe angegeben. Aber jeder kann sich noch gut daran erinnern, dass Harrys Zuneigung zum Alkohol erstmals im vergangenen Sommer bei Polopartys sichtbar wurde. Harry, der den "Königssport" Polo leidenschaftlich liebt, hält die Reaktion auf seine jugendlichen Verfehlungen nach Angaben des Hofkorrespondenten der "Mail" für übertrieben. "Er hat das Gefühl, dass an ihm ein Exempel statuiert werden sollte."

Am liebsten möchte Harry, der sich neben Polo auch für den Schießsport, Skifahren und Abseilen interessiert, professioneller Polospieler werden, schrieb die "Mail." Obwohl akademisch begabt, will er nicht unbedingt lange studieren oder in allem in die Fußstapfen seines älteren Bruders treten. "Er weiß sehr wohl, dass sein Leben ganz anders verlaufen wird als das seines älteren Bruders, dessen Weg von der Wiege an vorgezeichnet ist", schrieb die "Mail". Diesen "Vorteil" wolle Harry unbedingt nutzen, "um aus dem Schatten seines großen Bruders zu treten und sein eigenes Leben zu führen".

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