Freude über Wertschätzung der deutschen Politik beim Kanzler
Schröder würdigt Bush-Rede als herausragend und historisch

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Bundestagsrede von US-Präsident George W. Bush in Bezug auf die Annäherung Russlands an den Westen als historisch gewürdigt. Auch die Christdemokraten äußerten sich positiv. CDU-Chefin Angela Merkel zeigte sich ebenso beeindruckt wie Kanzlerkandidat Edmund Stoiber. Der CSU-Politiker sprach von einem "hervorragenden Auftritt" des US-Präsidenten.

rtr/dpa/WiWo/ap BERLIN. "Alles zusammen hat diese Rede zu einem herausragenden Ereignis gemacht", sagte der Kanzler am Donnerstag unmittelbar im Anschluss an die Rede vor Jounalisten. Bush und der russische Präsident Wladimir Putin wollen am Freitag in Moskau einen Abrüstungsvertrag unterzeichnen, der einen Großteil atomarer Langstreckenwaffen abbaut. Bush hatte im Bundestag gesagt, damit würden die Überreste des Kalten Krieges beseitigt.

Schröder hob hervor, dass Bush bei seinen Äußerungen zum Kampf gegen den Terrorismus nicht nur militärische Optionen angesprochen habe, sondern "das ganze Arsenal der politischen Möglichkeiten", das Entwicklungshilfe und Diplomatie einschließe. Die Rede zeige, dass "sorgfältig gepflegte Vorurteile gegen die USA" keine Berechtigung hätten. Schröder sagte, er habe sich besonders über die Wertschätzung der deutschen Politik gefreut.

Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sagte, Bush habe deutlich gemacht, dass der Kampf gegen den Terrorismus nicht nur militärische Komponenten enthalte, sondern beispielsweise auch die Reduzierung der Armut. "Wenn das umgesetzt wird in Politik, dann war das wirklich eine historische Rede", sagte Fischer.

Fischer lobte weiter einen "völlig neuen Ton" in der Rede von US-Präsident George W. Bush. Der amerikanische Präsident habe ein klares Bekenntnis zu einem starken Europa abgelegt, sagte Fischer. "Nicht die Rivalität dominiert, sondern die Kooperation." So, wie Bush eine neue Ära in den Beziehungen zu Russland verkündet habe, habe der russische Präsident Wladimir Putin vor einigen Monaten im Reichstag die strategische Westöffnung verkündet.

Stoiber spricht von "exzellentem Besuch" Bushs

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber sagte, Bush habe "die überwältigende Mehrheit der Deutschen" erreicht. Die Rede habe eine "klares Ja" zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und zum gemeinschaftlichen Handeln enthalten. Bush habe eine große Rede an Deutschland und an die zivilisierte Welt gehalten.

Insgesamt sei es ein "exzellenter Besuch" Bushs in Berlin gewesen. Das Bild, das Bush abgegeben habe, widerspreche dem Klischee, das in Deutschland vorherrsche. Im Sender N24 nannte Stoiber Proteste von PDS-Abgeordneten während der Bush-Rede im Bundestag eine "Dummheit und Unanständigkeit". An die Adresse der SPD sagte Stoiber, das falle auch auf diejenigen zurück, "die mit solchen Leuten koalieren". Die SPD bildet unter anderem in Berlin mit der PDS die Landesregierung.

Merkel: "Außerordentlich beeindruckende Rede"

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel sprach nach der Rede von Bush von "außerordentlich beeindruckenden" Worten. Bush habe Schluss gemacht mit dem Vorurteil, der Kampf gegen den Terrorismus werde sich nur auf das Militärische beschränken. Besonders bedrückt sei sie, dass die Demonstrationen gegen den Besuch des amerikanischen Präsidenten so viel Raum in der Berichterstattung der Medien eingenommen hätten.

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