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Freude zum Wochenschluss

Offenbar lahmt die US-Wirtschaft doch nicht so stark, wie befürchtet. Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt gaben den US-Märkten zum Wochenende noch einmal Schwung. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq

Die guten Nachrichten gab es vor Handelsbeginn. Das Bruttosozialprodukt ist im ersten Quartal mit zwei Prozent stärker gestiegen als erwartet. Auch das von der Universität von Michigan veröffentlichte Konsumentenvertrauen ist leicht höher ausgefallen, als von den Experten prognostiziert. Doch die Kennzahl fiel im Vergleich zum Vormonat immer noch über drei Punkte schwächer aus. Seit November vergangenen Jahres ist dies ein Rückgang um 19,2 Punkte und damit der größte Verlust seit Oktober 1990. Anleger haben also zumindest Anlass sich über die wieder steigende Tendenz zu freuen.

Insgesamt zeigten sich die Anleger erfreut über die Konjunkturdaten. Man kann eben nicht alles haben, und so schienen die Investoren am Freitag eine aus eigener Kraft genesende Wirtschaft einer weiteren Zinssenkung durch die US-Notenbank vorzuziehen.

Zu den größten Dow Jones Gewinnern gehörten zum Wochenschluss die Aktien der Technologie-, Finanz- und Einzelhandelwerte. Neben IBM und Wal-Mart führte auch American Express, die Citigroup und J. P. Morgan die Gewinnerliste des Börsenbarometers an.

Einzelhandelswerte konnten besonders stark von dem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes profitiert, da Konsumausgaben die tragende Säule des Wirtschaftsbarometers darstellten. Kommt die US-Wirtschaft wieder in Fahrt, gehören Einzelhandelsunternehmen zu den Ersten, die es spüren. Unter anderem verteuerten sich die Aktien von Wal-Mart, Sears, Target, Kmart.

Der Nasdaq Index profitierte von Kursgewinnen bei Sun Microsystems, Intel, Amgen und Qualcomm. Intel bestätigte die Zukunftsprognosen für den Chipsektor und trieb damit die Aktien der Branche in die Höhe. Das Management bestätigte auf der Analystenkonferenz, dass das Wachstum in den kommenden sechs bis zwölf Monaten wieder deutlich zulegen werde.

Dass Merrill Lynch Analyst Joe Osha die Aktie vorerst weiter mit "neutral" bewertet und weiter zur Vorsicht rät, schien die Anleger nicht abzuschrecken. Intel, Texas Instruments, Micron Technologies, Xilinx und Advanced Micro Devices legten deutlich zu.

Schlechte Nachrichten machten die Aktie von Microsoft sowohl beim Dow Jones als auch im Segment der Nasdaq Werte zu dem größten Verlierer. Der Softwaregigant wird die neue Windows-Version statt im August erst verspätet im Oktober auf den Markt bringen. Produktionsprobleme sind dafür verantwortlich.

Übernahmegerüchte und Quartalsergebnisse verursachten auf dem Glasfasersektor Uneinigkeit. Während JDS Uniphase und Lucent Technologies im Plus notierten, rutschten die Aktien von Corning und Ciena deutlich in den Keller. Spekulationen um die Übernahme von Lucent?s Glasfasersparte und die negativen Zukunftsaussichten bei Corning sorgten weiter für Spannung.

Dass schlechte Nachrichten bereits zu einem Teil am Markt eingepreist sind, zeigte am Freitag das Beispiel Amgen. Nachdem das weltweit größte Biotechnologieunternehmen bekannt gab, dass die Gewinnprognosen für 2001 deutlich gefährdet sind, legte die Aktie trotzdem an Wert zu. Wie das Management am Donnerstag nach Handelsschluss ankündigte, wird das Unternehmen auf die Zulassung neuer Medikamente länger warten als ursprünglich geplant.

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