Freu(n)d und Leid
Freundschaften am Arbeitsplatz

Freundschaften sind ein fester Faktor im Arbeitsleben. Wer beruflich viel miteinander zu tun hat, kommt sich oft auch privat näher. Rund 60 Prozent der Arbeitnehmer haben Freunde im Büro. Das gilt auch für die Vorstände der großen Konzerne - bis hinunter in die Pförtnerloge. Dass enge Beziehungen am Arbeitsplatz allerdings auch mit erheblichen Gefahren verbunden sind, wird dabei oft übersehen. Denn wer eine Freundschaft zu Kollegen, Vorgesetzten oder Mitarbeitern pflegt, muß sich auch auf Interessenkonflikte, Neid und enttäuschte Erwartungen einstellen.

Dass man sich im Job oft näher kommt, verwundert nicht. Aus der Sozialforschung weiß man, dass häufiger Kontakt und Gemeinsamkeiten wie gleiche Ausbildung, Interessen, Werte und Ziele Freundschaften fördern.

Und manchmal sogar Liebesbeziehungen. Zudem bringen die Beziehungen im Büro handfeste Vorteile: Kollegen, Vorgesetzte oder Geschäftspartner, denen man verbunden ist, sind wichtige Informanten, kompetente und vertrauenswürdige Ratgeber in beruflichen Fragen und potenzielle Helfer bei der Jobsuche.

Welche Gewissenskonflikte Freundschaften im Büro bescheren können, musste auch Norbert Hinselmann erkennen. Als Personalleiter bei einem mittelständischen Anlagenbauer hatte er erfahren, dass der Job seines besten Freundes in der Marketingabteilung der kommenden Reorganisation zum Opfer fallen würde.

Freunde werden anderswo gesucht

"Der Firmenchef wollte die Belegschaft erst drei Wochen später unterrichten und hatte bis dahin strengstes Stillschweigen angeordnet," erzählt Hinselmann. Was also tun? "Drei Nächte lang habe ich mich im Bett gewälzt," erinnert er sich. Dann gab er seinem Freund einen Tipp.

Doch das kam raus und der Personaler fiel in Ungnade. Inzwischen haben beide die Firma gewechselt - in unterscheidliche Richtungen. Beide sind zwar noch befreundet, aber Hinselmann hat aus seinen Erfahrungen gelernt: "Ich pflege weiterhin freundschaftlichen Kontakt zu meinen Kollegen, aber Freunde suche ich mir heute anderswo."

Solche Interessenkollisionen wird es im Büro immer geben. Wer sich dann für die Freundschaft entscheidet, riskiert dabei seinen eigenen Ruf - wenn nicht sogar die Karriere. Und selbst wenn man sich darum bemüht, Freunde in beruflichen Belangen nicht anders zu behandeln als andere Kollegen, schützt das nicht vor dem Vorwurf der Vetternwirtschaft.

Dritte erzeugen Spannungen

"Oft reicht es schon, dass Dritte annehmen, zwei Kollegen würden sich gegenseitig bevorzugen, um Spannungen in einem Team zu erzeugen", betont Gabriele Hauer, die Unternehmen in Organisationsfragen berät und selbst lange als Personalmanagerin gearbeitet hat. Jede Meinungsäußerung, jede Entscheidung der Freunde wird von anderen gerne als Kungelei interpretiert, so Hauer.

Lesen Sie die komplette Geschichte auf wiwo.de unter: Freundschaft im Büro

Lesen Sie auch: Liebe im Büro

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