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Freundlicher Handelsstart erwartet

Die Futures deuten einhellig auf einen starken Handelsstart. Spekulationen, dass die US-Notenbank die Zinsen schon morgen senken könnte, bringen die Börsen vorbörslich auf Trapp. Werte wie Intel, IBM und Cisco, die am Freitag nach einer Warnung des Softwareriesen Microsoft kräftig verloren haben, könnten sich heute erholen.

Die US-Wirtschaft ist so schnell abgekühlt, dass die US-Notenbank schneller reagieren könnte als von den Börsianern erwartet. Ängste vor einer Rezession überwiegen mittlerweile Befürchtungen einer Inflation. Das Wall Street Journal vermutet in seiner Montagsausgabe, dass Alan Greenspan schon morgen die Zinsen reduziert. Die Konjunkturdaten fallen zwar gemischt aus, doch viele Unternehmen haben mittlerweile unerwartet starke Umsatzausfälle gemeldet und auch das Konsumentenvertrauen habe stark abgenommen. Eine Zinssenkung würde für viele Investoren als unerwartetes Weihnachtsgeschenk kommen. Die Wall Street rechnet frühestens im Frühjahr mit einer Zinssenkung.



Gillette meldet Umstrukturierungsmaßnahmen. Noch vor Handelsstart teilte das Management mit, dass acht Produktionsstätten und 13 Vertriebszentren geschlossen werden sollen. Der Rasiererhersteller plant rund acht Prozent seiner Arbeitskräfte, rund 2700 Mitarbeiter, zu entlassen. Mit den Maßnahmen versucht der Konzern seine Profitiabilität zu steigern. Die Aktie verliert vorbörslich an Wert.



Ebenfalls auf neuen Wegen befindet sich General Motors. Der Autokonzern will seine Produktpalette von 80 Modellen auf 66 Modelle reduzieren. Bereits vergangene Woche hatte CEO Richard Wagoner die Umstrukturierung des Konzerns angekündigt. Nun will das Unternehmen zusätzlich rund 5000 Angestellte entlassen. Das entspricht etwa einem Zehntel der Arbeitskräfte. Die Anleger freut dies weniger.



Trübe Stimmung herrscht ebenfalls bei Circuit City. Die zweitgrößte Einzelhandelskette der USA enttäuschte die Anleger mit schlechten Quartalszahlen. Das Unternehmen baute seinen Verlust im Vergleich zum Vorjahresquartal um elf Millionen Dollar oder 32 Cents pro Aktie aus. Erwartet hatten die Analysten einen Verlust von 33 Cents pro Aktie. Der Umsatz ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um sieben Prozent zurück. Bereits Anfang des Monats hatte das Management gewarnt, dass der erwirtschaftete Verlust des laufenden Quartals rund vier Mal höher ausfalle, als von den Analysten erwartet. Der Versuch, die Umsätze mit Sonderangeboten künstlich in die Höhe zu treiben, scheiterte. Während die Einnahmen bei Circuit City zurückgingen, konnte Konkurrent Best Buy die Verkaufszahlen um fast sechs Prozent steigern.



Während die traditionellen Einzelhändler zu kämpfen haben, haben es die Online-Händler ebenfalls nicht einfacher. Etoys, der Online-Spielzeughändler warnte die Anleger vor, dass das schlechte Weihnachtsgeschäft die Geschäftsdaten des dritten Quartals belasten dürften. Statt des ursprünglich prognostizierten Umsatzes von 210 bis 240 Millionen Dollar erwartet das Unternehmen nun lediglich Einnahmen von 120 Millionen bis 130 Millionen Dollar. Zu helfen versucht sich das Unternehmen nun mit Beratern von Goldman Sachs. Eine Unternehmensübernahme oder eine strategische Allianz mit einem anderen Unternehmen sollen Etoys wieder Wind in die Segel blasen.

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