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Freundlicher Handelsstart

Die Wall Street eröffnet freundlich. Bei bisher geringem Handelsvolumen starten sowohl der Dow Jones als auch der technologielastige Nasdaq Index im Plus in den Börsentag. Während die Aktien des Transportsektors und der Rohstofflieferanten unter Druck geraten, können vor allem die Papiere der Computer- und Chipindustrie an Wert gewinnen.

Die Papiere von Intel und Microsoft gehören zu den größten Gewinnern. Der Nasdaq Index profitiert zudem von Kursgewinnen bei Immunex, Veritas und Medtronic. Bei Immunex sorgen positive Testergebnisse für frischen Wind. Medtronic profitiert von erfreulichen Quartalszahlen. Die Analysten der Deutsche Bank Alex Brown erhöhen Erwartungen für das Unternehmen. Softwarehersteller Siebel Systems notiert dagegen schwächer, nachdem Konkurrent Oracle ankündigte den Wettkampf zu verstärken. Bis zur Veröffentlichung der Zinsentscheidung der US-Notenbank dürften die US-Märkte jedoch einem ruhigen Handelstag entgegenblicken.

Immer noch gespannt warten die US-Marktteilnehmer auf das Ergebnis der heutigen Notenbanksitzung. Die Mehrheit der Analysten rechnet damit, dass Zinshüter Alan Greenspan die Leitzinsen in diesem Jahr ein siebtes Mal senken wird. Sie erwarteten einen Zinsschritt von 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent. Der US-Leitzins würde damit auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren rutschen.

Was die Entwicklung der US-Konjunktur angeht, zeigen sich die Analysten bereits wieder besorgt. Stephen Roach von Morgan Stanley Dean Witter reduziert die Wachstumsprognosen für die US-Wirtschaft für das laufende und das kommende Jahr. Die US-Konjunktur werde möglicherweise stärker abkühlen als bisher erwartet, so seine Befürchtung. Im laufenden Jahr dürfte die US-Wirtschaft nun statt um 2,4 um 2,2 Prozent wachsen. Für das kommende Jahr reduziert er die Prognosen von 3,6 auf 3,5 Prozent. Auch Abby Joseph Cohen, Chefstrategin von Goldman Sachs, meldet sich am Tag der Notenbanksitzung zu Wort. Die Entwicklung der US-Wirtschaft im zweiten Quartal sei schwächer als erwartet verlaufen. Der wirtschaftliche Abschwung, hohe Energiekosten und ein starker Dollar werden ihrer Ansicht nach die Unternehmensgewinne weiterhin belasten. Sie senkt die Zielvorgaben für den S&P 500 Index. Das Börsenbarometer dürfte zum Jahresende statt bei 1550 bei 1.500 Punkten notieren. In zwölf Monaten sieht Cohen den S&P bei 1.550 statt bei 1.600 Zählern. Während dieses Jahr aufgrund von Firmenschließungen und Massenentlassungen noch Kosten in Milliardenhöhe anfallen, dürfte sich die Lage im Jahr 2002 jedoch entspannen, so Cohen. Das Ziel für den Dow Jones Index verändert sie übrigens nicht. 12.500 Punkte heißt die Vorgabe für 2001.

Doch bis die Talsohle endlich durchschritten ist, wird das eine oder Unternehmen den Gürtel noch einmal enger schnallen müssen. Agilent Technologies spricht eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal aus und verliert in den ersten Handelsminuten fast 3,5 Prozent. Die schleppende Auftragslage macht dem Hersteller von elektronischen Testgeräten, der neben Chipherstellern auch die Produzenten medizinischer Geräte zu seinen Kunden zählt, zu schaffen. Das Unternehmen wird nun 4000 Mitarbeiter und damit neun Prozent der Belegschaft entlassen. Durch den Stellenabbau werden im vierten Quartal zusätzliche Kosten in Höhe von 200 Millionen Dollar anfallen. Die Analysten von Lehman Brothers reduzieren die Erwartungen für das laufende und kommende Geschäftsjahr. Da nützen dem Unternehmen am Morgen auch die guten Quartalszahlen für das dritte Quartal nichts. Agilent konnte die Ergebniserwartungen der Experten mit einem geringeren Verlust als erwartet schlagen.

Ebenfalls schwächer notieren die Aktien von Staples und Pfizer. Staples musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang auf 40,4 Millionen Dollar verbuchen. Zwar konnte die zweitgrößte US-Büroartikelkette die Gewinnerwartungen der Experten damit schlagen, blieb aber mit dem Ergebnis um 2,6 Millionen hinter dem des Vorjahres zurück.

Stärker notiert dagegen die Aktie von Lucent Technologies. Der finanziell angeschlagene Netzwerkkonzern lädt heute zur Analystenkonferenz. Bei der Veranstaltung werden vor allem die Pläne zur Kostenreduzierung im Mittelpunkt stehen. Lucent hatte angekündigt, bis zu 20.000 Jobs zu streichen. Durch diese drastische Maßnahme dürften um bis zu zwei Milliarden Dollar Kosten gespart werden. In der vergangenen Woche konnte Lucent zumindest aus finanzieller Sicht vorübergehend aufatmen. Die Gläubiger von Lucent Technologies hatten sich bereit erklärt, die Bedingungen für die Kreditlinien in Höhe von vier Milliarden Dollar zu lockern.

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