Freundlichere US-Aktienmärkte sorgen für Erholung des Dollar
Euro-Kurs belastet

Die Erholung an den US-Aktienmärkten hat dem Dollar am Freitag Kursgewinne zum Euro verschafft, die jedoch nach Bekanntgabe schwacher US-Bestellungen langlebiger Güter wieder etwas abbröckelten. Analysten sehen die Euro-Verluste jedoch nicht als Ende des Aufwärtstrends.

Reuters FRANKFURT. "Die Gewinne des Euro gingen vor allem auf spekulative Fonds zurück, und wir brauchen eine Periode der Konsolidierung, bevor es weiter hoch gehen kann", sagte Alan Ruskin, Chef der Forschungsabteilung bei 4Cast in New York. Am Morgen hatten bereits Euro-Verkäufe japanischer Firmen zu Kursverlusten der Gemeinschaftswährung geführt.

Gegen 18.30 Uhr MESZ wurde der Euro mit 0,9113/17 $ gehandelt, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am Mittag in Frankfurt mit 0,9108 $ festgestellt hatte. Die US-Valuta kostete 120,09/15 nach 119,80/88 Yen am Vorabend in New York.

Die Aktienmärkte in den USA tendierten am Freitag freundlicher, was Händler insbesondere auf den optimistischeren Ausblick des US-Netzwerkausrüsters Cisco zurückführten. Der Dow Jones Index kletterte bis gegen 18.30 Uhr MESZ rund zwei Prozent auf 10 437 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Composite-Index gewann mehr als drei Prozent auf 1 902 Zähler. Auch der Deutsche Aktienindex (Dax) legte zu und notierte mit 5 413 Zählern um gut drei Prozent fester als am Donnerstag.

Konjunkturdaten begrenzen Kursgewinne des Dollar

Schwache US-Konjunkturdaten dämmten die Kursgewinne des Dollar jedoch etwas ein. Die Aufträge für langlebige Güter gingen nach Angaben des US-Handelsministeriums im Juli um 0,6 (Juni 2,6) % im Vergleich zum Vormonat zurück. Analysten zufolge zeichnen die Daten ein düsteres Bild des Verarbeitenden Gewerbes in den USA. "Das ist wohl die grundlegende Idee, die die Märkte heute aufgeschnappt haben", sagte Anthony Karydakis, Volkswirt bei Banc One Capital Marktes in Chicago. Nach Ansicht von Mary Webb, Volkswirtin bei Scotia Capital Markets in Toronto, hat das Verarbeitende Gewerbe in den USA seinen Boden noch nicht erreicht. "Ich denke nicht, dass eine Erholung der Industrie bevorsteht, im Gegensatz zu einigen Analysten, die damit im zweiten Halbjahr 2001 rechnen", sagte Webb.

Eine lebhafte Nachfrage nach japanischen Yen hatte den Euro bereits im frühen europäischen Handel belastet. Händler begründeten die Verluste des Euro mit umfangreichen Kapitalrückführungen japanischer Konzerne mit Blick auf den Quartalsabschluss im September. Dabei hätten diese aus Bilanzgründen Euro gegen Yen verkauft.

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