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Freut Euch nicht zu früh, Anleger!

Haben Sie heute schon die Zeitungen gelesen? Wer gut gelaunt war, wird die Schlagzeilen als "eher positiv" interpretieren:

Eine Kapitalanlage-Beilage trägt den Titel "Chancen 2003", das Handelsblatt bringt eine große Analystenerhebung mit der Prognose, dass die Unternehmensgewinne 2003 und 2004 "kräftig wachsen werden, allerdings von einer niedrigen Basis.

Amerika freut sich auf John Snow (Name passt zur Jahreszeit), weil der neue Finanzminister das Wachstum ankurbeln soll. Und hierzulande mag sich mancher über die Head-line freuen, dass der Kanzler mit dem Rücktritt droht - angeblich. An der einen oder anderer Stelle sind Formulierungen zu lesen wie "Tiefpunkt erreicht" oder "Talsohle dürfte durchschritten sein", zum Beispiel bei den Unternehmensgewinnen. Sind das etwa Signale für eine Trendwende?

Gerade die Privatanleger möchte ich davor warnen, jetzt schon - übermütig! - auf eine Erholung der Wirtschaft zu setzen. Denn die ist längst noch nicht sicher; das gilt auch für die allseits erhoffte Wachstumsbeschleunigung der Weltlokomotive USA. Und meine Skepsis basiert nicht allein auf der Kriegsgefahr in Mittelost.

Untersuchungen haben übrigens schon vor Jahren belegt, dass Trends meist länger dauern, als es die Marktteilnehmer erwarten. Relativ günstige Nachrichten können in diesen Tagen noch nicht als Trendwende gelten, sie werden auch rasch wieder von schlechten Lageberichten oder Prognosen in Frage gestellt. Wer in der Vergangenheit glaubte "schlimmer geht?s nimmer", ist meist schwer enttäuscht worden. Die kommenden Tage und Wochen, vielleicht sogar Monate werden uns noch viele widersprüchliche Nachrichten bescheren.

Deshalb bekräftige ich zu Beginn der Prognosesaison meine Empfehlung, weiter am Ball, aber auch vorsichtig zu bleiben, denn Sie wissen ja: "The trend is your friend." Ein neuer, stabiler Trend ist nicht in Sicht - weder in der Wirtschaft, noch an der Börse.

Machen Sie?s gut - bis morgen!

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